Paulo Freire, Autor der Pädagogik der Unterdrückten und einer Pädagogik der Befreiung, starb am 2. Mai 1997, Augusto Boal, der Entwickler des Theater der Unterdrückten und Autor einer „Ästhetik der Unterdrückten“ starb am 2. Mai 2009

Beide Brasilieiros haben die Bildungsarbeit, das Theater und die Pädagogik verändert, wovon die konservativen Strukturen in unseren Bildungs-Tempeln und Theatern bis heute nicht wirklich wissen wollen.

Beide hatten in den brasilianischen Militärdiktatur in den 1960er und 1970er Jahren nach demokratischen Lern- und Lebensformen geforscht, bei Brecht und Piscator und Habermas gefunden: Lern-Autonomie, Forumtheater und Pädagogik wie Theater der Unterdrückten und Befreiungstheologie geprägt, mussten ins Exil, denn auch die CSU und F.J.Strauß unterstützten die Diktatur und Folter …

Kritisches Denken lebt in anderen Ländern:

Paulo Freire mit der Pädagogik der Unterdrückten und der Pädagogik der Hoffnung, Augusto Boal mit dem Theater der Unterdrückten und dem Forumtheater, die Befreiungstheologie mit Personen wie Oscar Romero und Leonardo Boff, sie haben eine gemeinsame Basis, die sich mit Habermas, Brecht und Jean Ziegler trifft: Unrecht benennen und bekämpfen.

Das Problem utopischer Theoriebildung

Mit der Forderung nach vernünftiger Utopie im Sinne einer begrifflichen Aufhebung des Kapitalismus gehen wir ein nach der Niederlage des Realsozialismus errichtetes Tabu linker Theoriebildung an: Über eine mögliche zukünftige Gesellschaft kann und darf nichts gesagt werden. Es ist das Verbot einer Utopie wie einer diese realisierenden Geschichtsphilosophie, die in Anlehnung an monotheistische Mythologien manchmal auch als „Bilderverbot“ bezeichnet wird. Gemeint ist die Klassenkonfiguration, in der der Klasse der Arbeit die historische Mission zukommt, den vorgegebenen historischen Pfad, der aus der Produktivkraftentwicklung abgeleitet wird, zu beschreiten und die Menschheit zu befreien. grundlegung.de/artikel/verallgemeinerte-handlungsfaehigkeit-und-commonismus/

gemeinschaftlich handlungsfähig werden

Part-Ei ist immer nur ein Teil

Die Schale des geköpften Frühstücks-Ei

Bewegungen wie die internationalen Sozialforen können Austausch lehren, aber in Täuschland hatten sich die verschiedenen konkurrierenden staatlich geförderten Sozialverbände auf das Thema gesetzt, und von den Medien wurde es als (unaussprechlich) „antikapitalistisch“ eingeordnet.

Zukunftswerkstätten gemeinsamer Utopie

www.zw2019.zwverein.de Geld & Werte – GemeinSinn macht Sinn!

28.04. – 01.05.2019 Frankfurt/Main und Bad Homburg Einladung, den Ablauf und Informationen zur Anmeldung, Was hat wirklich Wert? Welche Rolle spielen Beteiligung und Teilhabe?Wie stiften wir Gemeinsinn? Forum für Austausch und Vertiefung zum Thema, in der Art einer Zukunftswerkstatt nach Robert Jungk in drei Phasen: Kritik – Utopie – Strategie: Wie kann unser loses Netzwerk den neuen Bewegungen eine Unterstützung sein?

22 Jahre nach Paulo Freire, 10 Jahre nach Augusto Boal:

kann lernen wirklich Freude machen?

Viva Boal, Viva Freire

Eine Erinnerung an Leben und Werk des brasilianischen Theatermachers Augusto Boal, der am 2. Mai 2009 verstarb – und ein Blick auf sein Theater der Unterdrückten heute, zehn Jahre nach seinem Tod.

Mit Nora Amin, Fritz Letsch, Bárbara Santos und Henry Thorau.

Veranstaltung in deutscher und englischer Sprache in der Theaterwerkstatt KURINGA http://kuringa.org/ Eintritt frei

Nora Amin hat 2011 das landesweite “Egyptian Project for Theatre of the Oppressed” und das „Arab Network“ dazu mit Verbindungen nach Libanon, Marokko und Sudan aufgebaut. Sie traf Boal 1997 in Brasilien und hat die in diesen Tagen neu aufgelegte arabische Übersetzung seines Buchs „The Rainbow of Desire“ verfasst.

Fritz Letsch hat Augusto Boal in den 80er Jahren kennengelernt und seitdem maßgeblich für die Verbreitung des Theaters der Unterdrückten in Deutschland gesorgt. Zahlreiche Artikel und mehrere Sammelbände über das Theater der Unterdrückten in Deutschland wurden von ihm initiiert und verfasst.

Bárbara Santos arbeitete als Koordinatorin des Zentrums des Theaters der Unterdrückten (CTO-Rio) seit den 90er Jahren eng mit Augusto Boal zusammen. In diesen Tagen erscheint die englische Ausgabe ihres Buches „Theatre of the Oppressed – Roots and Wings. A Theory of Practice“.

Prof. Dr. em. Dipl.-Psych. Henry Thorau hat Augusto Boal im deutschsprachigen Raum bekannt gemacht mit Artikeln und Reportagen in der ZEIT, in Theater heute und der Herausgabe von Boals „Theater der Unterdrückten“ im Suhrkamp Verlag, 1979. Zuletzt erschien im Alexander Verlag, Berlin, Henry Thoraus Buch „Unsichtbares Theater“ (2. Auflage 2018).