Bewegung als kritische neue Politikform

Vor hundert Jahren hatten Könige und Kaiser die SPD als vermittelnde Kraft des Volkes in die ständischen Männer-Parlamente von Adel, Besitzenden und Klerikern zugelassen. Die SPD ist dabei immer vermittelnd geblieben, schnell auch gegen die eigenen früheren Genossen, Adel und die Besitzenden haben sich nebenbei neu organisiert. Von wem lassen wir uns weiter reGieren?

Die alte Form der Parteien als Standes-Organisation

Neue Zeitung Eisner ermordetPartei heißt immer „Teil von“ und wurde zum Symbol unserer Demokratie, den mächtigeren Teil gegen den Rest zu organisieren. Ewiges Konflikt-Potential, das in immer mehr zersplitterten Gruppen neue Ordnungen sucht.

Als Teil eines Parlamentes zu arbeiten, kann Sinn machen, wenn es mit rechten Dingen zu geht, nicht mit den Mauscheleien der kleinen Korruptionen, wie sie sie in allen Kommunen und Ländern Gang und „Gäbe“ waren: Baurecht und Auftrags-Vergabe, die Konstellation, dass der Bürgermeister und die Kiesgrube und der Straßenbau …

und alle wussten davon, und eine Spende für das Feuerwehr- und Gemeindehaus ließ wieder alles gut erscheinen.

Auch die Kirchen kennen ihre eigene Vergabe von Bau-Aufträgen an „die besonders zuverlässigen Dienstleister“, die wissen, wie man für die Ewigkeit ausstattet, baut und abrechnet, und schon als Zivildienstleistender lernte ich die besondere Art der Geschenke kennen, die den Pfarrern zu kamen.

Die Kaiserzeit mit der SPD in Landtag und Reichstag

Die SPD war gegen den Krieg, bis er dann begann: Dann verordnete sie sich selber, zusammen mit etlichen Gewerkschaften, den „Burgfrieden“, um von den Nationalisten im Krieg nicht als Vaterlands-Verräter beschimpft zu werden.

Die zuerst noch wenigen Pazifisten wurden dann 1917 aus der Reichstags-SPD ausgeschlossen, gründeten die USPD und machten in München erfolgreich die friedliche Revolution, während in Berlin die SPD mit Schüssen in die Demonstrationen reagierte, im Endeffekt auch gegen die bayrischen Räte marschieren ließ und die dortige Selbstorganisation mit mehr als Tausend gewesenen Sozialdemokraten zusammen schoss.

Arbeiter- und Klassenkämpfe, nun von oben

Der Bolschewik aus Sicht bayr. VolksparteiTrump steht, wie alle seine Milliardäre im Kabinett, für den Klassenkampf von oben: Die „Erfolgreichen an der Macht“ werden auch von den Loosern gewählt, die meinen, man könnte auch von den Bröseln der Reichen leben, wenn es denen gut geht.

Parteien der Nachkriegszeit

Als „Lernprogramm“ der Demokratisierung war zuerst etliches an Selbstorganisation in der Jugendarbeit eingerichtet, die aus den Jugendverbänden gewählten „Jugendringe“ sind ein Rest davon,

doch dann ging es flott in den Kalten Krieg und die anti-kommunistische Instrumentalisierung Deutschlands, bis zur Waffenbasis bis heute.

Nazis waren in allen anderen Parteien unter gekrochen

und auch die SPD hatte viele „nationale“ Sozialisten aufgenommen, die nun den Kurs mit beherrschen oder wahlweise zu den rechten Parteien abwandern. Die FDP hatte ein reiches Erbe aus diesen Kreisen, aber eine Zeit lang auch mutige Männer wie Heinemann und Frauen wie Hamm-Brücher, die zeitweise den Antifaschismus hochhalten konnten, als Bürgerrechte das Thema der Partei waren. Nun ist sie eine Besitzenden-Partei geworden …

NPD vom britischen Geheimdienst gegründet

und wie die BILD ein Produkt des Kalten Krieges und der Dienste, die seit der Übernahme der Organisation Gehlen aus dem „3.Reich“ in die amerikanische Abwehr in der Bundesrepublik die Geheimdienst-Arbeit wieder aufbauen, nach alten und neuen Mustern, bis zu den „begleiteten Morden“ des NSU, verknüpft mit den gleichzeitigen Arbeiten der anderen internationalen Dienste wie Kinder- und Drogenhandel, Ku-Klux-Klan und türkischen Morden an kurdischen Freiheits-Kämpfenden. Das hat ein verschwiegenes Gericht zu decken.

AfD als Wiedergänger der unbewältigten Ideologie

Robert Jungk, 1933 aus Berlin geflohen, Atomstaat- und Aufrüstungskritiker startete Zukunftswerkstätten
Robert Jungk, 1933 aus Berlin geflohen, Atomstaat- und Aufrüstungskritiker startete die Zukunftswerkstätten

Das Schweigen des „4. Reiches“, die Jahre ab der Aufhebung der ungeliebten „Entnazifizierung“ 1951 durch den Bundestag, auch massiv von den Kirchen voran getrieben, die an der faschistischen Propaganda bis 1936 großen Anteil hatten, bis erste kritische Stimmen etwas Besinnung brachten: Die Mitschuld an den Juden-Progromen und -Vernichtungen ist bis heute von der Ausrede auf ein paar kritische Worte geprägt.

Als die Anwälte, Beamten, Lehrer und Richter des „3. Reiches“ alle wieder in Amt und würden waren, die Witwe des unsäglichen Richters Freisler ihre ordentliche Witwenpension bekam, als wäre nie ein Unrecht gewesen,

Die Rehabilitierung der Homosexuellen, der „Zigeuner“ und sonstigen „Kriminellen“ Opfer der Nationalisten geht nicht so weit, ihre Peiniger zu betrachten: Alles ordentliche Deutsche Beamte. Die Todesurteile gegen die Geschwister Scholl und ihre Freunde bis in die 1980er Jahre Rechtens.

Eine Justiz, die sich selbst als unschuldig schreibt wie die Kirchen, die Medizin, die Psychiatrie … und der Militarismus, der Waffenhandel.

Rassismus als Nationalismus, Religions-Ideologien

Die Reste des Faschismus mit seiner Hetze und der Überbewertung des Deutschen mit seinen preußischen Tugenden hatten wir in den Familien, in den Schulen, an den Hochschulen zum Teil bis heute. „Unter den Talaren, der Muff von 1000 Jahren“: Die Bewegung der 1968er aus ein paar hundert Studierenden und jungen Arbeitenden hat zwar manches ausgelöst und den CSU-Kultusminister Maunz, Freislers Kollegen und Doktorvater und Kollege von Roman Herzog, weggefegt, aber dann …

Bewegungen

Menschernrechte statt rechter Politik
Menschenrechte

entstanden immer wieder als offene Themen-Kreise von Jugendverbänden, Studierenden oder Gruppen wie Kriegsdienst-Verweigerer, Pax Christi etc: Auch die Ideen von Völkerbund und UNO und die Menschenrechte …

Wiederbewaffnung, KPD- und FDJ-Verbot, Notstandsgesetze

waren jeweils macht-organisierte Mehrheiten in den Parteien und im Bundestag, aber auch die Klarheit, dass es kaum kritische Presse gab, mit nur kleinem Wirkungskreis, aber zum Teil nachhaltig: Ulrike Meinhof schrieb in konkret Gerichts-Reportagen und gegen die Gewalt und das Unrecht in der Heim-Erziehung, die heute unvorstellbar erscheinen,

Vietnamkrieg, Weathermen, SDS

Aus den USA schwappten mit der neuen Musik, den Informationen zur Bürgerrechtsbewegung der Black Power und den Vietnam-Nachrichten auch die Informationen der Widerstände, wie die der Weathermen, die mit „gewaltfreien“Anschlägen gegen Regierungsgebäude auf den totgeschwiegenen Widerstand aufmerksam machten. Auch der SDS hatte ein amerikanisches Vorbild … und die Proteste gegen die Selbstverständlichkeit der Bombardierungen und Feindopfer für eigene Geschäfte wurden breiter.

Das Musical Hair

stellt die Bewegung der USA in flotter Form dar, auch die Proteste der nackt kämpfenden Studierenden, die damit der Presse-Propaganda widersprachen, sie hätten bewaffnete Anschläge gegen Polizisten vorbereitet.

Filme und Musik

transportierten immer mehr an neuer Lebensart: Woodstock und Flower Power waren eine starke Kraft, auch wenn sie heute wie Trallala nachgeäfft werden: Es waren klare Kulturbrüche gegen eine reaktionäre Welt der grauen Anzüge von Lehrern, Sparkassen-Angestellten und Versicherungsagenten.

BILD-Zeitungshetze und Studentenmorde der Polizei

Die Kraft der „Langen Haare“ zeigte sich in den Morden an den Langhaarigen, die durch die populistische Hetze ausgelöst worden waren. Nach dem Mord an Benno Ohnesorg und den Schüssen auf Rudi Dutschke in Berlin wurde allen klar: Die Gerichte und die hörige Presse schreiben die Morde aber wieder den Studierenden oder „Kranken“ zu, die Polizei ermittelte sich immer als unschuldig.

Klaus Frings, ein Pressefotograf, und der Student Rüdiger Schreck starben, als die Polizei die Auslieferung der Bildzeitung durchsetzte und selbst dabei mithalf … gegen die Proteste der Studierenden. 68er-osterunruhen-klaus-frings-ruediger-schreck

„Unser Slogan war damals: « Bild hat mitgeschossen.» Und so sind wir in München wie auch in anderen Städten zu Tausenden zur Redaktion der Bild-Zeitung gezogen, dem Buchgewerbehaus, das ja eine fürchterliche Tradition hatte. Hier war auch das Propagandablatt der Nazis, der Völkische Beobachter gedruckt worden.“ Die verlorene Ehre der Klaus Frings und Rüdiger Schreck

Aufrüstung, Kalter Kriegsystem error

In Essen schoss 1952 die Polizei in die Demonstration gegen Wiederbewaffnung und verletzte Viele, Philipp Müller von der FDJ aus München-Neuaubing starb, niemand wurde wirklich zur Rechenschaft gezogen.

Ostermarsch durch die Jahrzehnte

Die Aufrüstung wurde durch eine breite Presse-Propaganda von der Übermacht der UDSSR begleitet, und es mussten immer neue Waffensysteme gekauft werden. Einen Höhepunkt der Aktionen ergab die Stationierung der Pershing mit einer reichweite von 120 km, die in Mutlangen mit Prominenten- und Senioren-Blockaden die Gerichte von der Breite des Widerstands bis Heinrich Böll und Dorothee Sölle, Walter Jens und etwa 1200 Beteiligten, die bereit waren, für ihre Haltung vor Gericht zu stehen.

Bewegungen heute in ihrer Vielfalt

Die Umweltbewegung dürfte den größten Zulauf haben, denn von Artensterben bis zu unserer Gesundheit, dem Sterben der Bienen und dem Ende der bedenkenlosen Ernährung haben alle ihre Belastungen erlebt.

München hat mit dem Einewelthaus einen internationalen Treffpunkt, in dem viele dieser Themen auch zu Hause sind, aber viele Gruppen machen vielerlei Aktionen …

Zukunftswerkstätten könnten gemeinsame Ziele sammelnJungk Bibliothek Salzburg

Zusammenwirken

Nun gibt es den Naturschutz in allen Geschmacksrichtungen, als Stellvertreter-Konzerne wie Greenpeace bis zur Ortsgruppe des früher SPD-nahen Bund Naturschutz mit seinen archaischen präsidialen Strukturen, es gibt Basis-Bewegungen aus allen Ländern, die auch in unseren Breiten ihre Filialen gründen, und neue Internet-Organisationen der geschäftsmäßigen Petitionen und der Stars, die – wie ONE – auch von Coca Cola ihr Geld bekommen.

Community Radio

Radio LORA München 92,4könnte ein Versuch sein, mehr Gruppen zusammen zu bringen, aber die bunte Vielfalt der Redaktionen ergibt noch keine Community.

Selbstorganisationnetzwerk-gemeinsinn

kann auch im Selbsthilfezentrum unterstützt werden, doch braucht es noch etwas mehr als nur Selbsthilfe, die dort für alle Betroffenheiten organisiert wird. Das Netzwerk Gemeinsinn gibt es zwar in München, aber bisher mit dem Schwerpunkt der Fortbildungen zum Community Organizing.

Vollversammlung in München

Thomas Lechner schrieb am 15. Februar 2017

Aufruf zur VOLLVERSAMMLUNG am Marienplatz am 23.4.2017

Lasst uns Demokratie leben, eine stärkende Gemeinschaft bilden, Erfahrungen austauschen, Bedürfnisse formulieren und ein wichtiges Zeichen vor den Wahlen im September setzen. Ein erstes Treffen für alle, die mitgestalten wollen, ist am 6. März.

Ich heiße Thomas Lechner und bin einer von Tausenden, die sich für Geflüchtete einsetzen.

Seit Januar 2016 engagiere ich mich in diesem gesellschaftlich wichtigen Feld. Es ging los mit der Organisation von Sachspenden, dann kamen Konzertbesuche dazu, ein Rodelausflug, gemeinsames Kochen und Sprachkurse… Ihr kennt das alle aus eigener Erfahrung: Wir gehen ins Kino und auf Behörden. Wir backen Plätzchen und feiern zusammen.

Es ist ein ständiger Austausch, bei dem ich, bei dem wir alle sehr viel lernen. Mein neuer Freundeskreis wächst schnell und beständig – darunter sind u.a. Menschen aus Mali, Afghanistan, Uganda, Syrien, Iran, Irak… und sehr sehr viele Münchner*.

Denn seit dem Herbst 2015 entdecke ich auch immer mehr solidarische Menschen in meiner Umgebung, aus der Nachbarschaft, aus den Kirchengemeinden, aus den sozialen Verbänden, auch aus der Stadtverwaltung.

Menschen, die leise und empathisch Demokratie vorleben, indem sie sich für eine bunte, solidarische, weltoffene Gesellschaft einsetzen. Menschen die aus politischer Überzeugung oder schlichter Nächstenliebe versuchen, Menschen in Not aus eben dieser Not heraus zu helfen.

An all diese Menschen – an Euch – richtet sich mein offener Brief, weil ich glaube, dass es vielen von Euch so geht wie mir:
Seit Donald Trump US-Präsident ist, greife ich morgens meistens schon vor dem ersten Kaffee zum Handy, um nachzusehen, ob die Welt noch steht, ob vielleicht doch irgendjemand in der Lage ist, dem weltpolitischen Wahnsinn und dem Aufschwung der Rechtspopulisten Einhalt zu gebieten.
Auf dem Weg in die Arbeit lese ich in der Zeitung von dem Afghanen Ali Agi, der im Januar nach Kabul abgeschoben, und dort jetzt bei einem Bombenanschlag verletzt wurde.

Sicheres Herkunftsland?
Eine befreundete Helferin verschickt eine verzweifelte Mail, dass sie mit einem jungen afghanischen Mann von der Arbeitsagentur weggeschickt wurde, weil es inzwischen einen Erlass vom bayerischen Innenministerium gibt, dass Menschen mit „geringer Bleibeperspektive“ (dazu zählt… natürlich: Afghanistan) nicht mehr vermittelt werden.Am Nachmittag dann ein Anruf von einem anderen Freund: „mein Bescheid ist gekommen – ich soll abgeschoben werden.“

Während Trump seine Mauer noch plant, ist sie bei uns längst errichtet. De facto steht sie in der Türkei, wo „unsere freiheitlich-demokratischen Werte“ mit Schiessbefehl gegen Menschen in Not „verteidigt“ werden. Statt Millionen von Freiwilligen darin zu unterstützen, die vielzitierte „Integration“ praktisch zu machen, heißt es nicht erst seit der Innenministerkonferenz von letzter Woche „abschieben, abschieben, abschieben“. Und uns allen, die sich in ihrer freien Zeit engagieren, werden, ganz besonders hier in Bayern, immer mehr Steine – eher sogar Felsbrocken – in den Weg gelegt.

Aufstand der Leisen

Nicht nur die vielen – anfänglich euphorisch empfangenen – neuen Mitbürger leben mit der täglichen Angst. Auch diejenigen, die unsere Werte schützen und verteidigen sind immer verzweifelter. Enttäuschung, Wut und Lähmung machen sich breit.

Leute, so kann das nicht weitergehen!

So geht uns allen die Kraft aus, und das in einem Wahljahr, in dem besonders viel auf dem Spiel steht, in dem wir unsere Stärken und unsere Leidenschaft ganz besonders brauchen. Der nächste Abschiebeflieger steht für den 22.2. [27.3. FL] schon am Münchner Flughafen bereit und wir reagieren gar nicht mehr oder nur noch vereinzelt auf eine menschenverachtende Politik, die nicht auf den hochmotivierten, demokratischen Anteil unserer Bevölkerung hört, sondern nur auf die Lautsprecher und Gewalttäter, auf die Populisten und Angstverbreiter, auf diesen entsetzlichen braunen Sumpf, der plötzlich wieder salonfähig sein soll.

Offensichtlich sind wir viel zu leise in all unserer Empathie und in all unserem positiven Engagement. Ich wünsche mir einen Aufschrei, nein, einen Aufstand der Leisen. Es ist an der Zeit, dass wir zusammenstehen und unsere basisch-demokratischen Kräfte organisieren und bündeln.

Aber zuallererst, müssen wir Kraft tanken, für das was vor uns liegt. Wir müssen uns gegenseitig Kraft geben und ein Gefühl der Stärke entwickeln, sonst verzetteln wir uns im alltäglichen Klein-Klein, sonst zermürben uns die zahlreichen Prozesse gegen Ablehnungen, die jetzt anstehen. Auf der juristischen Ebene können wir keine gemeinsame Strahlkraft entwickeln.

Sichtbar werden

Aber: Laut einer Statistik des Bundesfamilienministeriums engagieren sich 31 Millionen Menschen in Deutschland ehrenamtlich, bis zu 20 Millionen Menschen davon sollen sich (zumindest sporadisch) für Geflüchtete einsetzen – und damit für eine solidarische Gesellschaft, die auf der Achtung der Menschenrechte basiert. 20 Millionen, die das tun, was die politischen Repräsentanten fordern, aber nicht unterstützen, sondern im Gegenteil, fast allerorts behindern.

Ich möchte nicht mehr permanent auf Demos „Gegen….“ laufen. Ich möchte mit Euch allen zusammenkommen, basierend auf den Werten für die wir stehen. Ich wünsche mir, dass wir Kraft tanken, weil wir spüren, dass wir viele sind, weil wir das buchstäblich sehen können und daraus Stärke entwickeln. Lasst uns alle zusammenfinden zu einer

VOLLVERSAMMLUNG ALLER („EHRENAMTLICH“) ENGAGIERTEN AM MARIENPLATZ.

Das wichtigste erste Ziel so einer Versammlung ist, dass wir uns finden, dass wir uns sehen und dass wir uns dadurch Kraft geben und stärken. Indem wir uns gemeinsam zeigen und so öffentlich sichtbar werden, schicken wir gleichzeitig ein starkes Signal an die Politik: Auch WIR werden im September wählen, nicht nur die Krakeler von rechts außen.

Demokratie leben

Und um unsere Stärken noch deutlicher zu zeigen, sollten wir bei so einer Vollversammlung Demokratie vormachen und leben. Z.B. indem wir verschiedene große Diskussionskreise bilden.
Dort könnten wir über konkreten Forderungen an die Politik sprechen, die unseren Einsatz und unser Engagement stärken und nicht verunmöglichen.
Dort könnten wir über vielfältige, künftige Aktionen diskutieren und uns ein Beispiel an historisch erfolgreichen Bürgerrechtsbewegungen nehmen.
Dort könnten wir über die Säulen einer weltoffenen, solidarischen und basisdemokratischen Gesellschaft diskutieren: Religionsfreiheit, Bildungsprogramme, Sozialwesen, kulturelle Vielfalt, Menschenrechtsschutz und und und… Denn das sind alles die Themenfelder, die wir in unserem täglichen Engagement berühren.

Seit den 90ern gab es immer wieder Momente, in denen ich von der großen Bereitschaft der Münchner* überwältigt war, sich gegen Nazis und für eine bunte Gesellschaft zu engagieren. Von den Lichterketten zu den großen antifaschistischen Demos, von den Empfangskomitees am Hauptbahnhof bis zum Willkommen-Konzert am Königsplatz.

Wir Münchner* stehen doch geradezu für gesellschaftliches Engagement – das kann sich jetzt nicht einfach in Luft aufgelöst haben, nur weil die falschen Leute die politischen Debatten bestimmen. Lasst uns zu diesem Kerngedanken unserer Stadtgesellschaft zurückfinden. Lasst uns miteinander reden! Lasst uns Kraft entwickeln und Stärke zeigen!

Ich schlage für die Vollversammlung als Datum den 23.4. vor und als Ort den Marienplatz.
Ich bitte Euch, diesen Brief in allen Helferkreisen, sozialen Einrichtungen und Verbänden, in den Gemeinden und an den Schulen usw. zu verbreiten.

Los geht’s!

Am 6. März um 19 Uhr findet im Feierwerk ein Treffen aller Interessierten statt, die diese Vollversammlung unterstützen und vorbereiten wollen – egal wie stark und wo Ihr Euch aktuell engagiert. Natürlich gerne Einzelpersonen, aber um uns demokratisch gut aufzustellen und am Anfang keine allzu riesige Gesprächsrunde zu bilden, wäre es natürlich sinnvoll, wenn Ihr diesen Aufruf in Eurem Umfeld diskutiert und dann Delegierte zu dem Treffen schickt.

Ich bitte auch um Rückmeldung per Mail, wer kommen will, damit wir einen Raum in geeigneter Größe vorbereiten können.
Zur Kommunikation gibt es die Facebookgruppe Ehrenamtsvollversammlung München (https://www.facebook.com/groups/422470671478390/)

Diese ist nicht-öffentlich, d.h. man muss jemanden aus der Gruppe kennen, der/die einen hinzufügt. Natürlich werden auch alle, die nicht auf Facebook sind, informiert. Eine Kommunikationsstruktur muss noch aufgebaut werden. Alles Weitere würde dann auf dieser vorbereitenden Versammlung angestoßen und auf den Weg gebracht werden.
Bitte verbreitet diesen Brief, wo immer das Sinn macht!   München, 15.2.2017, Thomas Lechner (thomas.lechner@feierwerk.de)

Dazu passend eine Frage, ob neue Partei oder Bewegungs-Impuls: www.zeitzuhandeln-bayern.de von Claudia-Stamm.

 

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Bayrische Netze der Selbstorganisation

Selbsthilfe und Selbstorganisation werden allmählich bekannter, doch ist das Zusammenwirken der verschiedenen Strukturen noch zu wenig ausgeprägt. Wir lernen dazu, für unsere Zukunft.

Wir hatten schon demokratischere Zeiten

elfenwichtelzumindest fühlte es sich so an, als einzelne Themen durch neue Parteien in den Vordergrund gerückt wurden und die Ängste der Menschen in einigen Regierungsstuben angekommen sind.

Auch ein Landrat, der gegen die Atomfabrik arbeitet, ein Bürgermeister gegen eine 3. Startbahn, alles Hoffnungsträger, …

aber wenn sich die Aktionen als reine Show entpuppen, wie bei der Teilnahme der CSU München mit eigenem Wagen am CSD, der les-bi-schwul-trans-inter-Parade und einer engagierten Rede des 2. Bürgermeisters Josef Schmid, die dann aber alle einstimmig in der Partei für den Landtag gegen Adoption und gleiche Rechte für diese Betroffenen stimmen, dann wird es fraglich!jai Lybel

Es gibt keine Alternative!

predigte Margret Thatcher und die englische Abkürzung TINA wurde zum Symbol der Alternativlosigkeit, die uns auch Merkel ständig einreden wollte:

Wir sind die Alternative!

Wenn es keine Alternative zum Kapitalismus gäbe, müssten wir sie eben erfinden. Aber es gibt sie längst, und es ist nicht die dumme Dualität des Kalten Krieges, die Jahrzehnte lang einen autoritären Partei- und Staatssozialismus im Osten als Schreckbild aufblähte, sondern es ist das ganz normale Wirtschaften, wie es tausende von anständigen Betrieben und Firmen in unserem Land seit je her machen:

Kapitalismus ist abzocken

ApothekeDie Banken haben uns immer höhere Profite und Schnäppchen versprochen, und das Zocken der Börsen gilt als Staats-tragend, obwohl der Handel mit Lebensmittel und Rohstoffen unsere Gesellschaft genau so gefährdet wie die Rüstungsproduktion und Waffenhandel, die uns mit den Militaristen der NATO in die verrücktesten Kriege der Länder treiben.

Gemeinwohl-Ökonomie braucht keine Verlierer

Ganz normales Wirtschaften kennt gute Kunden-Beziehungen,

die Ausbeutung über Dumping-Preise wie bei den Lebensmittel-Großhändlern und die Schnäppchen-Unkultur der kolonialen „Arbeitsteilung“ zerstört durch das weltweite Konkurrieren die regionalen Märkte.

Die Gegenbewegungen zur unkontrollierten Globalisierung entstehen auf verschiedenen Ebenen: Ganz praktisch vor Ort, in der Qualität und im Vertrauen, aber auch in der politischen Aufklärung durch Gruppen wie attac, food- und lobby-control, transparency …

In den internationalen Bewegungen gibt es auch einen intensiven Austausch in Sozialforen, im Welt-Sozialforum zuletzt in Montreal.

Paulo Freire schreibt:

„Die neoliberale Ideologie gibt sich alle Mühe, uns deutlich zu machen, dass die Globalisierung etwas Natürliches oder Quasi-Natürliches sei, statt ein Produkt der Geschichte. (…)

Der ideologische Diskurs über die Globalisierung möchte die Tatsache verschleiern, dass sie den Reichtum einiger weniger festigt und die Armut und das Elend von Millionen von Menschen erklärt.“

(Paulo Freire: Pädagogik der Autonomie. Notwendiges Wissen für die Bildungspraxis. Münster 2008: Waxmann. S 116), danke an das www.paulofreirezentrum.at

Selbstorganisation lernenbairawies

Die Zusammenarbeiten auf verschiedenen Ebenen …

Selbsthilfe als Modell

In einer Gruppe austauschen, so manche Belasteten, Depressiven, Kranken und Pflegenden, auch Traumatisierten haben mir da schon abgewinkt, bis sie es dann wirklich erlebt haben: Auch depressiv Verstimmte sind nicht immer depressiv, auch alle anderen Krankheitsverläufe sind persönlich sehr verschieden, und es entlastet, von anderen zu hören, wie sie es geschafft haben oder wie sie sich Hilfe organisieren.

Bayernweit ausbreiten

Die guten Erfahrungen sollen nicht nur in den Großstadt-Zentren verfügbar bleiben: Sowohl die Ausbreitung in die Stadtteile als auch die Verbreitung in die Regionen, in Gemeinden und Städte steht an, denn die Ansätze gibt es überall, nur die Bekanntheit nicht.

Übergreifende Zusammenarbeiten

Bisher waren viele Verbände von Konfessionen und Parteien geprägt, entsprechend herrschte oft Konkurrenz zwischen vielen Projekten. Über die Helferkreise und die Geflüchteten werden neue Ebenen eröffnet:

Geflüchtete können sich selbst organisierenBairawies

Selbstorganisation in den Anliegen, in Sprachen, in ihren Herkunftsregionen zur Organisation des Wieder-Aufbau, direkt

Helferkreise als Katalysatoren dafür aus- und fortbilden, die Brücken für die Zukunft vorzubereiten, denn das wichtigste Mittel gegen religiösen Übergriff ist die Selbstorganisation der Bürger dort.

arbeitserzaehlungHelfer-Kreise und Geflüchtete, zu Kulturformen und zum Sprachverständnis … http://www.asylhelfer.bayern

Tag der Menschenrechte am 10.12.16 an verschiedenen Orten in München

Radio für Community am 14.12. um 21h

Ärger mit der GEZ und dem Staatsfunk kann am Anfang stehen, dann soll es aber in Modelle der Zusammenarbeiten gehen: Die Gemeinwohl-Ökonomie kann zurückblicken, das  Netzwerk Gemeinsinn kann zum Community-Organizing träumen, die Nachhaltigkeit als bayrisches Projekt und vielleicht tragen auch Radio-KollegInnen ihre Community-Ideen bei …

Der Ärger mit der GEZ

kann natürlich nur durch Organisieren mit anderen Betroffenen bearbeitet werden,

Bayrischer Bürgerpreis für Radio LORA 92,4 München und Radio Z Nürnberg

im Oktober im Landtag verliehen: Preise sind eine Anerkennung und eine Ermunterung, mit weiteren Konzeptionen die Basis zu verbreitern …

Community Radio

bairawiesIn etlichen Ländern ist das Bürger-Radio die Basis für Bildung und politische Bewegungen, in Bayern ist noch nicht daran zu denken, denn der Dudelfunk mit Gewinnspielen und reichlich Werbung scheint bisher die einzige Alternative zum Staatsfunk zu sein.

Andere Bundesländer haben Mediengesetze, die bürgerschaftliche Gruppen einbeziehen, Bayern denkt noch monarchisch von oben.

Noch …

doch treffen sich Mitte Januar bis 24. Februar 2017 Interessierte und die Mitwirkenden des plenum R wie Räte-Republiken zu einer Revolutionswerkstatt in der Sendlinger Kulturschmiede, Daiserstr. 22, wo noch bis 15. Dezember eine Ausstellung zu „Arisiert“ zu sehen ist.

Zusammen arbeiten

AKTIV STATT RECHTS

Gut argumentieren. Engagement organisieren.

Vortrag und Moderiertes Gespräch

am Mittwoch, 14. Dezember 2016, 18 Uhr bis 20 Uhr im Selbsthilfezentrum München (SHZ), Westendstr. 68
Welche Strategien verfolgen ausgrenzende, menschenfeindliche und rechtsextreme Aussagen?
Welches Gesellschaftsbild vermitteln sie? Wie kann gegen sie argumentiert werden?Diesen Fragen geht der einführende Vortrag eines Experten für Demokratische Bildung im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe „WAS MÜNCHEN BEWEGT“ nach.

Im Anschluss berichten drei selbstorganisierte Initiativen aus München, wie ihr Engagement für eine humanere Stadtgesellschaft aussieht.

In der Diskussion werden Erfahrungen mit Ausgrenzung beleuchtet sowie Möglichkeiten vorgestellt, selbst aktiv zu werden.

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht nötig.

Wir würden uns freuen, wenn Sie interessierte Bürgerinnen und Bürger auf unsere Veranstaltungsreihe hinweisen würden.

Mit herzlichen Grüßen aus dem SHZ

Selbsthilfezentrum München
Westendstr. 68
80339 München
Tel.: 089/53 29 56 – 0
Fax: 089/53 29 56 – 49
www.shz-muenchen.de

 

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politische Supervision in der Migrationsarbeit

Mit der schnell gewachsenen Aufgabenstellung haben viele Auftragnehmende die Einrichtungen und Stellen massiv ausgeweitet, ohne genügend auf die Pflege der Mitarbeitenden zu achten.

Supervision ist in vielen Einrichtungen eher als Luxus oder als Fallbesprechung, manchmal gar als Qualitätskontrolle angesehen, statt die Übereinstimmung der Person mit den Anforderungen und Aufgaben, die Gesundheit und Zufriedenheit in diskreter Form nachzufragen.

Politische Supervision, wie sie Prof. DDr. Rolf Schwendter vor Jahren an der Hochschule Kassel entwickelt wurde, fragt auch nach dem Verständnis des politischen Umfeldes, und gerade in der furios gesteuerten Zuwanderung der Geflüchteten und der weitgehend rechtsbrüchige Umgang mit Asylrecht und Duldungs-Versionen macht die Mitarbeitenden zu Komplizen einer ethisch fragwürdigen Machenschaft, während der Populismus von außen wirkt.

Der Austausch in den Supervisions-Kreisen ist bisher dürftig, eine Intervisions-Gruppe auch für therapeutisch Arbeitende ist in München in Gründung.

Der Austausch zur Menschenrechts-Orientierung in der sozialen und therapeutischen Arbeit kann auch im zbb eV im nordsuedforum München angesiedelt werden.Teufelswerk

Eine wichtige Struktur im Hintergrund der Arbeit sollte die Orientierung an der Selbstorganisation der Migranten sein, die uns als Akteure und Mitarbeitende enorm entlasten kann.

Geflüchtete & digitale Selbstorganisation: 11 Handlungsempfehlungen aus dem Kongress Zivilgesellschaft 4.0

Forumtheater kann als Einstieg in die schnelle Aufstellung und gemeinsame Bearbeitung der Aktionsfelder und Akteure dienen.

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