Politische Aufstellung: Bewusst werden lassen, was uns bewegte und wie das denken der Anderen in uns wirkt

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Ruth Sander begrüßt, bringt erst eine Einstimmung, dankt dem Themenspender und lässt diesen einführen:

Opposition, Untergrund, Terrorismus –
Wo verläuft die rote Linie?

20150615_Themen-AufstellungDie Situationen zwischen Opposition und politischer Veränderung, auch am Beispiel Kolumbiens, kommen zur Sprache, zwischen Drogenkartellen, Politik und Gemeinde-Organisationen.

Aufstellung* mit anschließender Reflexion
1968: Proteste, Steinewerfer, Joschka Fischer mittendrin an exponierter Stelle
1998: Joschka Fischer wird Außenminister und stellvertretender Bundeskanzler
20150615_Aufstellung
1972: José Mujica tritt wegen Guerilla-Aktivitäten eine 13jährige Haftstrafe an
2010: José Mujica wird als Staatspräsident von Uruguay vereidigt

Al Kaida & Co, bei aller Abscheu werfen auch sie die Frage nach der Gerechtigkeit unserer Welt- und Wirtschaftsordnung, der politischen Beteiligung, Inklusion und guten Ordnung auf. Wann ist Widerstand erlaubt, sogar geboten, wo sind die Grenzen? Mit diesem Komplex von Ethik, Gewalt und Transformation wollen wir uns in der Aufstellung befassen.
Gast: Wolfgang Goede, Wissenschaftsjournalist und ehem. Community Organizer Moderation: Dr. Ruth Sander

Im Gespräch der Runde (ca 25 Teilnehmende) werden dann 6 Charaktere entworfen, die dann in der Aufstellung landen:

  • Die Mächtigen
  • Die Ohnmächtigen
  • Die Anderen
  • Die Protestierenden
  • Die Extremen
  • Die Gewalttätigen

Der Verlauf

Die sechs Darstellenden nehmen eine Position ein, als „System“ steht ein Stapel schwerer Stühle in der Mitte, die Darstellerin der „Mächtigen“ nimmt sich eine Stuhl und stellt sich drauf. Später bemerkt sie, wie handlungsunfähig sie durch diese Position wird.

Die Extremen – mit dem Wunsch, den Stapel umzuwerfen, aber gehemmt, denn es kann nicht sein: In dieser Anspannung unentschieden, von einem Bein auf das andere tretend, ablehnend kritisch zu allen Anderen und Protestierenden.

Die Solidarität ist MEIN Thema, es gehört mir, „Hoch die internationale Solidarität!“ und es beleidigt mich, wenn Andere das auch beanspruchen: Marxismus und Gewerkschaften SOLLTEN auf mich hören, ich durchschaue das System!

Alles scheint blockiert: Jede Gruppe im System ist mit sich beschäftigt, Verständigung und Kooperation kommen nicht zustande, nichts geht. Da – die Protestierende will die Darstellerin der Mächtigen wieder vom Stuhl heben, diese versucht sich, am System-Stapel festzuhalten.

Das gibt mir , dem Extremen, den Impuls, das System vom Stuhl der Mächtigen, auf dem sie immer noch steht, wegzuziehen, ihr die Sicherheit zu nehmen. Dann war es möglich, das SYSTEM / den Stapel auseinanderzunehmen, erst mal zwei Stühle runter,

Plötzlich gibt es statt einem SYSTEM (dem hohen Stapel Stühle) zwei (niedrigere), dann sogar vier (niedrige), verteilt um die Mitte. Die Ohnmächtigen gehen zu Boden, sie halten sich die Hände vors Gesicht, wollen nichts mehr sehen. Sie sind so am Boden zerstört, dass sie an Selbstmord denken.

mein Fazit:EWH-TURM

Als Extremer (vor der Rolle hatte ich früher Angst, die analytischen Marxisten gingen mir mit ihrer Rechthaberei und Tatenlosigkeit auf den Geist, nun sehe ich in PODEMOS, Zapatisten, Pacha Mama-Bewegung, indigenen Organisationen und befreiender Pädagogik (wie früher befreienderTheologie) durchaus gute internationale Kräfte, die vom Verstehen des Systems (Die gestapelten Stühle sind zu zerlegen) zur logischen gemeinschaftlichen Handlung führen:

Dem System, den unrecht handelnden Konzernen die Macht, unsere Zustimmung entziehen.

Im Stil des Welt-Sozialforum gibt es eine Art der Aufmerksamkeit und Beziehung für politische Gruppen untereinander, aber die deutschen und münchner Sozialforen sind in der Hand gut meinender Linker, die Vorträge und Diskussionen und im Moment Soli-Aktionen zu Griechenland organisieren, aber nicht den Austausch der Gruppen.

Den erlebe ich nur innerhalb des Nord-Süd-Forum München, das alle 2 Monate gut 60 Gruppen und Vereine in Austausch bringt und vom 3.-5.7.15 mit Vortrag, Arbeitsgruppen und einem Markt die Zusammenarbeit der Alternativen organisieren will.

Meine neue Rolle als Extremer gefällt mir nun recht gut, vielleicht komme ich mit der Arbeitsweise nun etwas weiter …

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