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Fritz und Laura (Lore) Perls waren Psycho-Analytiker, die nach der Arbeit mit Wilhelm Reich in Berlin bis 1933 in die Niederlande und dann nach Südafrika emigrierten. In den USA formulierten sie mit Paul Goodman und Ralph Hefferline ihre neue Arbeitsweise: Gestalt-Therapie

Mehr Themen zur Gestalt-Therapie wandern grade vom bisherigen Wiki in ein Neues: joker-netz.raete-muenchen.de/Hauptseite#Gestalt

siehe auch bis Ende Juli 2018 Fritz Perls im Wiki Fritz Letsch

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Laura Perls

Laura Perls wuchs in Pforzheim auf, external image Laura1.jpg
studierte in den 20er Jahren Jura, Psychologie und Philosophie, lernte Psychoanalyse
heiratete Fritz Perls und bekam einen Sohn,
hielt mit ihm und Wilhelm Reich in der marxistischen Arbeiterschule Berlin in den 30er Jahren Vorträge, emigrierte mit Fritz und dem Sohn in die Niederlande und nach Südafrika,
wo sie gemeinsam die neue Richtung der existenziellen Therapie als Gestalttherapie begannen

kam mit ihnen auf Anregung Paul Goodmans in die USA und schrieb gemeinsam mit diesem und dem Arzt und Psychologie-Professor Ralph Hefferline die Grundlegung Gestalttherapy
definierte nach der Trennung von Fritz einen eigenen Arbeitsstil, der als „Ostküsten-Stil“ bezeichnet wurde,
brachte die Asche von Fritz nach Pforzheim …

Interview in der „Gestaltkritik“
http://www.gestalt.de/laura_perls_trialog.html
Bücher: Leben an der Grenze
LAURA POSNER PERLS – IN MEMORY engl. Memory Site auch Bild-Quelle: http://www.gestalt.org/laura.htm

Fritz Perls

„In Berlin nahm Perls Schauspielunterricht, sang Bachkantaten, schrieb Gedichte, begann später in den USA zu malen, nahm auf einer seiner Weltreisen in Israel Malunterricht und kehrte nach 1945 regelmäßig zu Museums- und Opernbesuchen nach Europa (etwa Wien und Verona) (1) zurück. …

… um sein achtzehntes Lebensjahr herum, etwa 1910 oder 1911. Nach seinen unbezahlten Statistenrollen im konventionellen Theater, in dem gelegentlich auch der Kaiser zu Gast war, wurde Perls bezahlter Statist am Deutschen Theater, das seit 1905 von Reinhard geleitet wurde.
Reinhard, der aus Wien stammte und dessen eigentlicher jüdischer Name Goldmann war, wird von Perls als der »erste kreative Genius« (Perls 1981, 315) bezeichnet, dem er begegnete. Worum es Reinhard ging und was Perls aufnahm und in sein Leben wie in die Gestalttherapie auf radikalste Art und Weise integrierte, war die Forderung nach Wahrheit und Echtheit, angesichts einer naturalistischen Theatertradition in der die Schauspieler sich verkleideten und »die Worte des Dichters zu Gehör brachten« (Ottersbach 1992, 9), aber nicht den Charakter zum Leben erweckten.

external image fritz-perls-caricatura.jpgVerbunden war damit bei Reinhard eine Kritik an der bürgerlichen Erziehung zur Konvention, zum Verbergen der Gefühle: »So entstehen die sattsam bekannten Verdrängungen, die Zeitkrankheit der Hysterie und am Ende jene leere Schauspielerei von der das Leben voll ist« (Reinhard 1993, 52). Das erinnert natürlich an den frühen kulturkritischen Freud und Reinhard hat entsprechend durchaus mit therapeutischen Mitteln gearbeitet, ohne das so zu nennen (vgl. Ottersbach 1992, 6).

Perls war als Statist bei den Proben von wichtigen Aufführungen Reinhards anwesend und hatte so Gelegenheit, ausführlich seinen Stil des Inszenierens und seinen Umgang mit den Schauspielern zu studieren. Zudem scheint er, nach Erinnerungen von Lore Perls, an den »berühmten Schauspielklassen Max Reinhards« (Sreckovic 1999, 20) teilgenommen zu haben. Seine Schwester Grete Gutfreund bestätigte dies:

»When he was a teenager, enrolled in the Gymnasium, he saw that Reinhardt was giving classes. He signed up, and had small parts in plays. Once he played Mephisto for Reinhardt« (Gaines 1979, 3).
Seinen eigenen Erinnerungen zufolge, nahm er an Aufführungen von »Oedipus«, »Ein Mittsommernachtstraum«, »Faust Teil 2« und »Jedermann« teil. Diese Aufführungen fanden zwischen 1910 und 1913 statt, als Perls 17 bis 20 Jahre alt war und auf das Askanische Gymnasium ging.

Die Liebe zum Theater war so stark, daß er daran dachte, Schauspieler zu werden. …

Max Reinhard beeinflusste ihn tief:

»Charaktere, die keinen Kontakt zu ihren Mitspielern hatten, mussten verschwinden.
Nichts blieb unangetastet, bis das Stück in eine reale Welt transzendierte und doch genug Raum für die Phantasie des Publikums ließ« (Perls ebd., 315).
Seine spät niedergeschriebenen Erinnerungen (2) an die genannten Inszenierungen zeugen von ungebrochener Wertschätzung und anhaltender Begeisterung für das Erlebte (vgl. ebd., 315).
Bernd Bocian in: http://www.gestalt.de/bocian_theatererfahrungen.html

Paul Goodman

und im Hintergrund:
Die Berliner Zeit – ausführlich beschrieben in //Bernd// //Bocian//: Fritz Perls in Berlin 1893 – 1933, Expressionismus – Psychoanalyse – Judentum
http://edocs.tu-berlin.de/diss/2002/bocian_bernd.pdf
http://www.gestalt.de/bocian_fritz-perls.html
http://www.gestalt.de/bocian_theatererfahrungen.html

Sigmund Freud
Wilhelm Reich
Mynona – Salomo Friedlaender
Martin Buber
Die Politik des Ich-Du: Der Anarchist Martin Buber (Erhard Doubrawa) Vortrag auf der Tagung des Förderkreises Gestaltkritik am 1.5.1998, veröffentlicht in der Zeitschrift „Gestaltkritik“

Franz Werfel:
„Eucharistisch und thomistisch,
Doch daneben auch marxistisch,
Theosophisch, kommunistisch,
Gotisch kleinstadt-dombau-mystisch,
Aktivistisch, erzbuddhistisch,
Überöstlich taoistisch,
Rettung aus der Zeit-Schlamastik
Suchend in der Negerplastik,
Wort und Barrikaden wälzend,
Gott und Foxtrott fesch verschmelzend“ (in Werner 1962, 25).