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so frech und leicht die zwei buchstaben daher kommen …

so deftig und ablehnend kann es werden, wenn die ganze Tragweite klar wird: Die Moral der alten Zeit schlägt unversehens zu:

Menschen mit den alten Paare-Romantiken in der Partner-Suche auf Dating-Plattformen schließen sehr oft bi aus … denn sie erträumen ja eine meistens eine beständige, zumindest eine konkurrenzlose Zweier-Partnerschaft. Poly-amore Beziehungen brauchen mehr eigenes Bewusstsein.


Bi-o-grafien

verlaufen selten so gradlinig, wie sie von unseren Eltern, Erziehenden und sonstigen Einflüsternden erhofft werden: Verliebt, verlobt, verheiratet …

… und wer vom rosaroten Weg der Norm abkommt, hat sich zu rechtfertigen?

Je leichter die Selbst-Verständlichkeit wächst, desto weniger wird eine geschlossene Bewegung daraus, doch muss erst einmal die Mauer des Schweigens aufbrechen.

gut 25 Jahre Stammtisch & Gruppen in München

bi-mucIn den Jahren 1991/92 starteten einige junge Leute das Münchner Geflecht der damaligen Gruppen, das von Selbsterfahrungs- bis Literaturgruppe, Massage und gemeinschaftliches Tantra und dem monatlichen Stammtisch allerlei anzubieten hatte. Auf dem Blog www.bimuc.wordpress.com ist mehr dazu zu finden.

Mit den Jahren hat sich die Biografie der Einzelnen zur eigenen Selbst-Verständlichkeit in den Beziehungen verwandelt, und oft kommen Einzelne oder Paare zum Stammtisch, um die eigene Denkweise und die Eindrücke des Internets abzugleichen …

Bisexualität ist zwar wohl in jedem Menschen angelegt, wie schon Papa Freud vor 100 Jahren annahm, aber es ist wohl wie in der Angst vor der eigenen homosexuellen Seite: Angst hindert uns und die nächsten Generationen vor der Freiheit. Auch die Psychoanalytiker der nächsten Generation erschraken vor den Bewegungen der Freien Liebe (Otto Gross, Freund von Erich Mühsam, Monte Verita, München, Berlin, Zürich …) bis Wilhelm Reich (Wien, Berlin, mit Laura und Fritz Perls, Norwegen, USA)

Ablehnungen: Stillschweigend wie die Verdrängung in den LG(b)Ti*-Kreisen

Die Identitätspolitik der Lesben und Schwulen hat in den Vereinen dazu geführt, dass gegen Diskriminierung und Verfolgung die eigene Rechtfertigung und ein biologisches oder medizinisches Selbst-Verständnis aufgebaut wurde, in dem der Bisexualität oft nur eine Übergangs-Rolle zugewiesen wird. Vor 30 Jahren war das im deutschen Denkraum wie eine Selbstverständlichkeit: Die Gruppe der Schwulen Väter trifft sich seit dem halbjährlich im Waldschlösschen bei Göttingen, zwei mal Mittwoch abends als kleine Gruppe auch im sub München.

Aidshilfen: Schon vor vielen Jahren gab es ein fachliches Heft

Die Fachleute in den Aidshilfen hatten bald die Gefahr erkannt, die vor allem durch verschwiegene unsichere Kontakte entstehen, erstellten eine Broschüre zum Thema und förderten auch den Aufbau des bisexuellen Netzwerkes als Verein. Nun beginnt eine eigene Geschichts-Arbeit zur Gründung des Bisexuellen Netzwerk BiNe e.V.  www.bine.net vor 25 Jahren:

bi – so viele Arten und selbst-Verständnisse wie Personen

bine20logo20final20820schatten2090x138bine eV – das bundesweite Bisexuelle Netzwerk organisiert seit 1991 bundesweite Treffen, doch die Auswirkung im „katholischen Süden“ blieb gering: Weder waren die Tagungshäuser so erschwinglich, noch die interessierten Teilnehmenden-Zahlen hoch genug, dass eine dauerhafte Runde entstanden wäre.

ein bisserl bi schadet nie?

Kommt drauf an: Erst mal kann es bei bi-gotten Leuten deinen Ruf zerstören, und mit religiösen bis romantischen Eifersüchtigen ist das Land voll: Nachbarschaften, die „verstehen wollen“, wie „man dran ist“, …

und im Arbeitsleben ist die Szenerie inzwischen sehr geteilt: International orientierte Firmen und Konzerne haben ausführliche Diversity-Programme, Behörden, Hochschulen und Schulen sowie traditionale Betriebe haben noch alte familiär geprägte „Kranzschleifen-Verordnungen“ des Verhaltens.

Heteronorm als „sexy Markt“ & Marketing der Traditionen

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Auch wenn die naiv-romantischen Schlager nur noch auf einigen Kanälen laufen, die Neo-Romantik ist einschließlich allem übertriebenen Hochzeits-Kitsch ein riesiges Geschäft, und so wie Geschenke-Läden von billigen Wegwerf-Artikeln leben, sieht es etwas später in den Beziehungen aus.

Die Angst vor offenem Abenteuer

hat bei jeder Person ganz eigene(Ab-)Gründe: Die erlebten Modelle der Eltern und Großeltern, der Verwandtschaft und der berichtete Betrug und die Trennungen in Bekannten- wie Kollegen-Kreisen füllen Kriminalgeschichten, Romane und Polizeiberichte.

Was ein Fehltritt, ein falsches Versprechen, eine kleine falsche Verschwiegenheit bedeuten kann, wird in Erzählungen nur selten durch die glücklichen Momente und Stunden, Reisen und gemeinsame Zeiten gut gemacht.

Dabei kann jede ältere Tante, Großmutter oder ein Paten-Onkel die verschwiegenen Familien-Geheimnisse von unehelichen Kindern, ausgeblendeten Junggesellen und besonders vertrauten Cousinen oder „Schwestern“ erzählen, die in jedem Familien-Umkreis vorkommen, aber nicht als Vorbild dienen sollen.

Beziehungs-Lebensformen

Polyamory.svgLangfristig reicht bei den meisten die Phantasie nicht aus, sich ein Leben in der Bisexualität vorzustellen. Die Porno-Videos versprechen die Dreier-Beziehung, für die männliche Zielgruppe mit zwei Frauen gedreht, aber wie gar Polyamorie über längere Zeit gehen soll, überfordert alle, die mit einer vermeintlich festen Beziehung ständig zu kauen haben.

Die alltägliche Praxis ist aber nur nicht im Sofortbild zu haben: Bei vielen kommt die neue Beziehung plötzlich erst mit 30 oder 40 Jahren, nach möglicherweise mehreren Hetero-Beziehungen, als Überraschung und mit dem Erstaunen über die neu gefühlte Anziehung.

Die Angst um Beziehung, Ehe und Familie lässt viele in die Heimlichkeit abtauchen, so dass ein wirklicher Betrug daraus wird, mit schlechtem Gewissen und doofer Stimmung danach.

Monogamie in der Ehe

Das Versprechen in jeder Hochzeit ist das Selbe: Treue verstehen wir in unserer Kultur seit einiger Zeit als (serielle) Monogamie, beginnend in jugendlichen Beziehungen und endend bei manchen in einer seriellen Reihe von Eheschließungen, wie es uns die Stars seit den 50er oder 60er Jahren vorlebten.

Die Angst vor dem Gespräch über die Phantasien in den Beziehungen

Bei Nachfragen stellt sich oft heraus, dass die Paare noch nie über ihre Phantasien gesprochen haben, auch nicht andere Varianten von Beziehungsformen kennen.

Was zumindest in schwulen Beziehungen, wenn die Sexualität zu zweit nicht (mehr) klappt, als offene Beziehung üblicher geworden ist, war in den Hetero-Normen zwar in den 70er Jahren im Gespräch, aber nicht zur Gesellschaft-Reife gewachsen: Trotz Internet und angeblicher Aufgeklärtheit sind Swinger-Clubs in der Provinz im gleichen Ruch wie Bordelle, bleibt sexuelle Assistenz (bei Alter / Behinderung) „ein schmutziges Geschäft“.

Unsicherheit der Liebe in den Gewohnheiten?

Die eigene Faszination durch eine andere Person der eigenen Partnerin / dem Partner mitteilen zu können, sollte ethischer Standard „bei aller Liebe“ sein: Die Eifersucht als Besitzdenken oder Verlustangst wächst bei Nicht-Kommunikation, wie die Höhe der Wahrscheinlichkeit des Verlustes, also sollte die Kommunikation dazu geübt werden, statt sich auf Besitzverhältnisse und Gewohnheiten zu verlassen und muffelig zu werden.

Monosexualität als Zugeständnis an die lesbischen und schwulen Paare, um Paarung heilig zu halten?

Es gibt eine seltsame Praxis in den Medien und lesbisch-schwulen Kreisen, die „andere Sexualität“ eines Stars, einer Diva in den Vordergrund zu stellen, obwohl er oder sie mit Familie lebt: „Er / sie gehört zu uns / ist anders“ wird die Botschaft, nicht die normale Möglichkeit, damit umzugehen.

Poly-amore Beziehungen finden sich – außer per Zufall – vor allem in Communities und Stammtischen, um ihre Bedürfnisse und Kommunikations-Arten zu besprechen, denn das haben wir alle in den Familien nicht gelernt, und die Seitensprung-Phantasien der Anderen stören regelmäßig.

Familie ist, wo Kinder heranwachsen können?

Und wenn sich ein Partner ändert? Natürlich kann es für die Betroffenen zu Katastrophe werden, muss aber nicht: Es gibt genügend Hilfen, es ist nur nötig, sie auch über den privaten Bereich hinaus in Anspruch zu nehmen:

Familienberatungen müssen lernen, über ihre (möglicherweise konfessionellen) und persönlichen Grenzen hinaus zu denken, Selbsthilfegruppen können ihre verschiedenen Stadien von Veränderungen gemeinsam reflektieren.

Patchwork und die Trennungsrituale

In den jungen aufgeschlossenen Kreisen der Szenen in der DDR erlebte ich eine andere Umgangsform mit Beziehungswechseln, als ich sie in unseren Breiten kannte: Die typisch bayrische nachtragend-tragische „alleinerziehende Mutter“ wäre dort als Modell nicht denkbar gewesen, die jungen Väter fuhren mit den Kindern und den Müttern, auch deren neuen Partnern gemeinsam in Urlaube, dass ich nur staunte.

Kinderwohnungen mit Elternbesuch

3monateEntsprechende neue Modelle fanden Paare, die ihre Trennung nicht in die Umkehr von Liebe verwandeln mussten: Die gemeinsame Wohnung wird von den Kindern bewohnt, die Partner wechseln sich mit dem Wohnen dort oder bei ihren anderen Partner ab.

bi in der Partnerschaft

Das erste Kunststück ist, die Liebe zu erhalten: Die Wertschätzung für gemeinsame weitere Möglichkeiten, vielleicht sogar Gäste oder Partner zu öffnen.

bi in gesellschaftlichen Kreisen

Das geht keinen was an? Kommt auf die Kreise an. Wenn andere ständig stolz von ihren Kindern und ihrer Partnerschaft reden, ist es schwer, sich angemessen anders zu äußern.

Anstellung und berufliche Situationen

rüdigerDie manchmal ätzende Hetero-Norm kommt hauptsächlich bei patriarchalen Katastrophen rüber, aber auch Frauen haben ihre Muster von Anspielungen, Nachfragen und Phantasien.

Beamte in Bayern, Hochschule, Erziehung und Schule, Sexual-Pädagogik?

Es gibt Bereiche in unserem Land, die noch wie zu königlichen Zeiten mit kirchlicher Schulaufsicht und entsprechenden Hierarchien funktionieren. Bildung und „Kultus“ gehören in den dazu.

In Behörden und Schulen in Bayern ist offen queeres Leben noch die ganz seltene Ausnahme,

in der Sexualpädagogik erlebe ich, wie wenig Bewusstsein und Sprache für andere Lebensformen entwickelt wurde, weil die Standards von Familienleben aus den Fernseh- und Nachbarschafts-Klischees im Vordergrund sind.

Freiberufler und Markt, Karriere und Politik

In den Unternehmen ist die Differenz sehr groß geworden: Konservative Modelle beharren, international ausgerichtete Konzerne sorgen für Diversity in ihren Teams, um Anerkennung der Lebensformen und Orientierungen.

Magnus Hirschfeld schrieb zu Zwischenstufen

Der Berliner war weltweit einer der Ersten, der die Zwischenstufen in den verschiedenen Kulturen beforschte, und dabei international im Austausch war: Sein Werk zerstörten die Nazis, sein damliger Freund und Partner, Bruno Balz, der berühmte Liedertexter der UFA, geriet in Gestapo-Haft.

Alfred Kinsey befragte die 50er Jahre der amerikanischen Welt

und seine Studierenden nach ihren eigenen Einschätzungen, und fand überraschende Wünsche: 60% mit homosexuellen Erfahrungen, und eine hohe Einschätzung der eigenen Wünsche „in der Mitte“:

Bisexualitäten

Erwin Haeberle zwischen San Francisco, München und Berlin

Er entwickelte mit dem tieferen Verständnis der Traditionen in „Die Sexualität“ auch die Reaktions-Möglichkeiten für die Aids-Prävention in San Francisco und dann 1988 im Institut für sexologische Fortbildung München (Friedrich Nolte), später im

Fritz Klein & die amerikanisch-britische Bewegung

Bi-CONgresse in den englisch-sprachigen Ländern haben eine eigene Kultur entwickelt, deren Übertragung in die deutschsprachigen und katholisch- wie islamisch-denkenen Macho-Länder noch aussteht.

Robin Ochs

war auch beim Bicon Amsterdam, und wird nun auf der neuen Seite der Koordinierungsstelle München zitiert: auf www.muenchen.de / suchen oder Wissenswertes zum Thema Bisexualität

„Bisexualität ist neben Hetero- und Homosexualität eine eigene sexuelle Identität. Sie wird von und für Menschen verwendet, die sich von mehr als einem Geschlecht emotional und sexuell angezogen fühlen.
Bisexualität ist somit keine Kombination aus Homo- und Heterosexualität.

Die in diesem Zusammenhang oft zitierte Definition der amerikanischen Aktivistin und Autorin Robyn Ochs lautet dabei wie folgt: “Ich nenne mich bisexuell, weil ich das Potenzial habe, romantische und / oder sexuelle Anziehung zu Menschen mehr als eines Geschlechts zu haben – nicht unbedingt zur selben Zeit, auf dieselbe Art und Weise, oder gleich intensiv.”

trans-vestBisexuelle Menschen haben häufig das Problem, dass ihre sexuelle Identität nicht ernst genommen wird. Es wird unterstellt, dass Bisexuelle eigentlich schwul oder lesbisch wären, sich nur nicht trauen, sich dies in vollem Umfang einzugestehen. Damit wird man aber der Tatsache nicht gerecht, dass sich bisexuelle Menschen meist intensiv mit ihrer Identität auseinandersetzen müssen.

Das Coming Out bisexueller Menschen ist – anders als das von Lesben und Schwulen – davon geprägt, sich nicht einer Gruppe eindeutig und ausschließlich zuordnen zu können. Ein Coming Out muss daher immer wieder erneut bei jeder Partner_innenwahl geleistet werden.
Auch bewegen sich bisexuelle Menschen dadurch in verschiedenen sozialen Welten, die nicht immer kompatibel sind.
So gibt es in der heteronormativ ausgerichteten Mehrheitsgesellschaft oft unterschiedliche Ab- und Ausgrenzungs-Mechanismen gegen die les-bi-schwule Community. In dieser wiederum besteht häufig ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Eindeutigkeit und Zuordnung und damit eine Abgrenzung gegen scheinbar un-eindeutige Identitäten.“

Bi-Stammtisch in München:

Jeden 3. Dienstag ab 19:30 Uhr im Café Glück, Palmstr. 4, 80469 München, die netten Mitarbeitenden zeigen dir gern unsern Tisch!

Fachgespräche

München, Maximilianeum, Rathaus, Aidshilfen, Selbsthilfezentrum, Familien-Beratungsstellen, bimuc.wordpress.com

 

Begriffe, um zu begreifen

Neue Worte für neue Lieben: Facebook-Gruppen (eine offene, eine geschlossene) Schreibspiele, gemeinsame Twitterei, eigene Netze?

besorgniserregende Eltern und deren Frühsexualisierung beim Bildungsminister:

Und Diskriminierung

beginnt gerade wieder neu: Die AfD und der Rechts-Trend gibt den „besorgniserregenden Eltern“ frischen Rückenwind, und wir werden sie stolpern lassen müssen, wenn sie so weit vorpreschen:

der Bildungs- und „Kultus“-Minister

ließ sich von jenen reaktionären „besorgten Eltern“ in die neue Vorlage zum Sexualkunde-Unterricht reinfunken, und nun geht es in weiteren Bundesländern zum weiteren Appell: Die angebliche „Frühsexualisierung“ beleidigt unsere verantwortungsvollen Lehrkräfte, die selbst eher nichts sagen würden, als ihre Kinder und Jugendlichen noch mehr unruhig zu machen, als sie aus biologischen Gründen schon sind.

Nur, um ihre Hetero-Ehe als alleingültige Moral wieder hoch zu halten, werden die Gegner von Gleichberechtigung, Gender-Bewusstsein und Abtreibung mobilisiert, mit biblischen Argumenten wird der Weltuntergang herbeigeredet. Ketzerbrevier eines Altöttinger Ministranten

Eltern befragen ihre Kinder

am Besten einmal selbst: Was wird den Kindern in der Schule vermittelt, entspricht das der Auffassung der Eltern?

Alle aus dem Unsagbaren holen

Behinderung, Besonderheit, Trans, Inter, Selbsthilfegruppen, Selbstorganisation, Grenzen zu Fetisch und Abenteuer-Lust, Identität und Sexualität der Selbstbestimmung, Menschenrechte, Inklusion, Tantra, Assistenz, Erfüllung …

 

Ariane Rüdiger (Hrsg.) Es gibt noch viel zu tun…

Interviews mit Machern und Macherinnen der LGBTIQ-Bewegung In Zusammenarbeit mit der Hannchen-Mehrzweck-Stiftung, Querverlag, Berlin 2016 Broschiert, 271 Seiten, 16,90 Euro ISBN 978-3-89656-243-2
Interviews mit 36 Repräsentant_innen der LGBTIQ-Bewegung – Wie haben wir gelebt, wie wollen wir leben?
Online erhältlich zum Beispiel direkt beim Querverlag: Link zur Bestellseite beim Verlag oder natürlich bei Ihrer Lieblings-BuchhändlerIn (offline und online)

Unsichtbar in Erzählung, Film, Theater?

Der Bi-visibility-Day machte wieder darauf aufmerksam, wie wenig die Themen rund um die Bisexualität in den angrenzenden Gruppen und Szenen auf- und ernst-genommen werden und verstanden sind: Als Abtrünnige und Besondere, die sich doch nicht anstellen sollen …queerelations-medien-netzwerk www.queerelations.net

Das Medien-Netzwerk queerelations

geht seit fünf Jahren den verschiedenen Darstellungen von Beziehungen, Identitäten und Partnerschaften nach: Das queerelations Mediennetzwerk München ist ein freier Verbund von Laien und Profis bei der Umsetzung von Medienprojekten in der Queer Community: zum Trailer auf unserem YouTube Kanal, zu allgemeinen Informationen über das Netzwerk, direkte Hinweise zu Spenden- und Fördermöglichkeiten und aktuelle Informationen und Kommentare auf facebook!

 


Die Unsichtbaren – Bisexualität in unserer Gesellschaft

Bisexualität ist in unserer Gesellschaft weitgehend unsichtbar. Aber auch in den Medien, in Politik und Gesetzgebung, in der Lesben- und Schwulenbewegung, in der Geschichtsschreibung und in der Wissenschaft sind Bisexuelle kaum sichtbar. Oft wird Bisexualität sogar geleugnet, als „Phase“ oder als Vorstufe zur Homosexualität wahrgenommen und Bisexuelle als „unentschieden“ oder „verwirrt“ dargestellt.

Die Gefahr der Bifeindlichkeit muss ernst genommen werden. Bisexuelle Menschen dürfen nicht nur als Anhängsel von Lesben und Schwulen betrachtet werden – ihre Erfahrungen müssen eigenständig thematisiert werden, um Bifeindlichkeit und ihre Folgen zu vermeiden. Mit unserem Fachgespräch wollen wir Expertinnen und Experten, Betroffene und Interessierte zusammenbringen und einen Beitrag zur Debatte leisten.

 


Andeutungen und Umschreibungen entschlüsseln

Es wird nicht „nicht-gesprochen“, es wird angedeutet und geschwiegen. Erlebte Situationen und vermutete nicht-erhaltene Aufträge, Gesellschafts-Gruppen

Workshop-Runden und Ausblicke

Alle Beteiligten in ihre eigenen Wünsche zum Themenbereich bringen, Schreibwerkstatt zu guten Berichten und gelungenen Veranstaltungen verschiedener Art

Anlaufstellen und Netzwerke

Nicht Neues fordern, sondern fachlich qualifiziert an viel mehr Stellen ansetzen: Jugend- Verbände und -Zentren, Beratungsstellen aller Art, Selbsthilfe und Selbstorganisation starten

schwule Väter, lesbische Mütter?

Orte der Selbst-Verständigung im Alltag: Situationen der Kinder und Jugendlichen, Eltern-Aufgaben und Austausch dazu

queeres Reden lernen und mit der Presse üben

Die Schreibwerkstatt zu Film-Berichten und Öffentlichkeitsarbeit weiter-treiben:

Beispiele: Chöre-Festival 2018, nächste CSD-Veranstaltungen im Umfeld, die Vielfalt der Gruppen

Medizin und inter*

Medizin von der Bevormundung in die Begleitung holen: Die Berufs- und Selbstorganisationen der Heil- und Pflege-Berufe einbinden

Psychologie & Psychotherapie

Aufgeschlossenheit in Fortbildungen, Kongressen und Publikationen feiern, damit sie über die Fortbildungen hinaus wirken, in Fachzeitschriften und in breiteren Publikationen,

Regenbogen-Runden

Viele queere Orte des „Allerlei“ in den Regionen definieren und weiter sagen: Friseure, Gastgewerbe, Kinos, „Ehehygiene“ etc. vor Allem in den dünner besiedelten Regionen

Trans und bi oder Orientierungswechsel?

Jede Version einer Person ist selbstbestimmt, keine unnötigen gesetzlichen Vorgaben: Geschlecht ist nicht notwendig ein staatliches Kriterium,

Verschwinden im Nebel: Sexuelle Assistenz, Zwangs-Asexualität?

Wenn niemand in der öffentlich propagierten Beziehungs- und Familien-Ideologie, im öffentlich durch alle alten Werbungen abgefeierten Valentinstagen und Weihnachtsrummeln ein Lücke lässt für Anders Lebende: Fortpflanzungs- und Beziehungs-Ideologien der „Normalität?

Recht auf Privatheit

Haben wir noch ein Recht auf die Privatheit unseres Beziehungsstatus, wenn alle „auf Familie“ machen?

$175 & Rehabilitation

Aufklärung als Weg der wissenschaftlichen Geschichte deutlich machen und als internationale Menschenrechte feiern – so weit sie anerkannt sind

besorgniserregende Eltern und organisierte Kirchen-Rechte,Islam?

Geistig Asexuelle oder erzieherisch und religiös traumatisierte Personen und hysterisierte Gruppen in ihrer Problematik ernst nehmen: Angst vor menschlichen Gefühlen und vor religiös definierten Sünden in archaisch dominierten Kulturen als Schutz-Mechanismen begreifen und abgrenzen.