Bayrische Netze der Selbstorganisation

Selbsthilfe und Selbstorganisation werden allmählich bekannter, doch ist das Zusammenwirken der verschiedenen Strukturen noch zu wenig ausgeprägt. Wir lernen dazu, für unsere Zukunft.

Wir hatten schon demokratischere Zeiten

elfenwichtelzumindest fühlte es sich so an, als einzelne Themen durch neue Parteien in den Vordergrund gerückt wurden und die Ängste der Menschen in einigen Regierungsstuben angekommen sind.

Auch ein Landrat, der gegen die Atomfabrik arbeitet, ein Bürgermeister gegen eine 3. Startbahn, alles Hoffnungsträger, …

aber wenn sich die Aktionen als reine Show entpuppen, wie bei der Teilnahme der CSU München mit eigenem Wagen am CSD, der les-bi-schwul-trans-inter-Parade und einer engagierten Rede des 2. Bürgermeisters Josef Schmid, die dann aber alle einstimmig in der Partei für den Landtag gegen Adoption und gleiche Rechte für diese Betroffenen stimmen, dann wird es fraglich!

Es gibt keine Alternative!

jai Lybelpredigte Margret Thatcher und die englische Abkürzung TINA wurde zum Symbol der Alternativlosigkeit, die uns auch Merkel ständig einreden wollte:

Wir sind die Alternative!

Wenn es keine Alternative zum Kapitalismus gäbe, müssten wir sie eben erfinden. Aber es gibt sie längst, und es ist nicht die dumme Dualität des Kalten Krieges, die Jahrzehnte lang einen autoritären Partei- und Staatssozialismus im Osten als Schreckbild aufblähte, sondern es ist das ganz normale Wirtschaften, wie es tausende von anständigen Betrieben und Firmen in unserem Land seit je her machen:

Kapitalismus ist abzocken

ApothekeDie Banken haben uns immer höhere Profite und Schnäppchen versprochen, und das Zocken der Börsen gilt als Staats-tragend, obwohl der Handel mit Lebensmittel und Rohstoffen unsere Gesellschaft genau so gefährdet wie die Rüstungsproduktion und Waffenhandel, die uns mit den Militaristen der NATO in die verrücktesten Kriege der Länder treiben.

Gemeinwohl-Ökonomie braucht keine Verlierer

Ganz normales Wirtschaften kennt gute Kunden-Beziehungen,

die Ausbeutung über Dumping-Preise wie bei den Lebensmittel-Großhändlern und die Schnäppchen-Unkultur der kolonialen „Arbeitsteilung“ zerstört durch das weltweite Konkurrieren die regionalen Märkte.

Die Gegenbewegungen zur unkontrollierten Globalisierung entstehen auf verschiedenen Ebenen: Ganz praktisch vor Ort, in der Qualität und im Vertrauen, aber auch in der politischen Aufklärung durch Gruppen wie attac, food- und lobby-control, transparency …

In den internationalen Bewegungen gibt es auch einen intensiven Austausch in Sozialforen, im Welt-Sozialforum zuletzt in Montreal.

Paulo Freire schreibt:

„Die neoliberale Ideologie gibt sich alle Mühe, uns deutlich zu machen, dass die Globalisierung etwas Natürliches oder Quasi-Natürliches sei, statt ein Produkt der Geschichte. (…)

Der ideologische Diskurs über die Globalisierung möchte die Tatsache verschleiern, dass sie den Reichtum einiger weniger festigt und die Armut und das Elend von Millionen von Menschen erklärt.“

(Paulo Freire: Pädagogik der Autonomie. Notwendiges Wissen für die Bildungspraxis. Münster 2008: Waxmann. S 116), danke an das www.paulofreirezentrum.at

Selbstorganisation lernenbairawies

Die Zusammenarbeiten auf verschiedenen Ebenen …

Selbsthilfe als Modell

In einer Gruppe austauschen, so manche Belasteten, Depressiven, Kranken und Pflegenden, auch Traumatisierten haben mir da schon abgewinkt, bis sie es dann wirklich erlebt haben: Auch depressiv Verstimmte sind nicht immer depressiv, auch alle anderen Krankheitsverläufe sind persönlich sehr verschieden, und es entlastet, von anderen zu hören, wie sie es geschafft haben oder wie sie sich Hilfe organisieren.

Bayernweit ausbreiten

Die guten Erfahrungen sollen nicht nur in den Großstadt-Zentren verfügbar bleiben: Sowohl die Ausbreitung in die Stadtteile als auch die Verbreitung in die Regionen, in Gemeinden und Städte steht an, denn die Ansätze gibt es überall, nur die Bekanntheit nicht.

Übergreifende Zusammenarbeiten

Bisher waren viele Verbände von Konfessionen und Parteien geprägt, entsprechend herrschte oft Konkurrenz zwischen vielen Projekten. Über die Helferkreise und die Geflüchteten werden neue Ebenen eröffnet:

Geflüchtete können sich selbst organisierenBairawies

Selbstorganisation in den Anliegen, in Sprachen, in ihren Herkunftsregionen zur Organisation des Wieder-Aufbau, direkt

Helferkreise als Katalysatoren dafür aus- und fortbilden, die Brücken für die Zukunft vorzubereiten, denn das wichtigste Mittel gegen religiösen Übergriff ist die Selbstorganisation der Bürger dort.

arbeitserzaehlungHelfer-Kreise und Geflüchtete, zu Kulturformen und zum Sprachverständnis … http://www.asylhelfer.bayern

Tag der Menschenrechte am 10.12.16 an verschiedenen Orten in München

Radio für Community am 14.12. um 21h

Ärger mit der GEZ und dem Staatsfunk kann am Anfang stehen, dann soll es aber in Modelle der Zusammenarbeiten gehen: Die Gemeinwohl-Ökonomie kann zurückblicken, das  Netzwerk Gemeinsinn kann zum Community-Organizing träumen, die Nachhaltigkeit als bayrisches Projekt und vielleicht tragen auch Radio-KollegInnen ihre Community-Ideen bei …

Der Ärger mit der GEZ

kann natürlich nur durch Organisieren mit anderen Betroffenen bearbeitet werden,

Bayrischer Bürgerpreis für Radio LORA 92,4 München und Radio Z Nürnberg

im Oktober im Landtag verliehen: Preise sind eine Anerkennung und eine Ermunterung, mit weiteren Konzeptionen die Basis zu verbreitern …

Community Radio

bairawiesIn etlichen Ländern ist das Bürger-Radio die Basis für Bildung und politische Bewegungen, in Bayern ist noch nicht daran zu denken, denn der Dudelfunk mit Gewinnspielen und reichlich Werbung scheint bisher die einzige Alternative zum Staatsfunk zu sein.

Andere Bundesländer haben Mediengesetze, die bürgerschaftliche Gruppen einbeziehen, Bayern denkt noch monarchisch von oben.

Noch …

doch treffen sich Mitte Januar bis 24. Februar 2017 Interessierte und die Mitwirkenden des plenum R wie Räte-Republiken zu einer Revolutionswerkstatt in der Sendlinger Kulturschmiede, Daiserstr. 22, wo noch bis 15. Dezember eine Ausstellung zu „Arisiert“ zu sehen ist.

Zusammen arbeiten

AKTIV STATT RECHTS

Gut argumentieren. Engagement organisieren.

Vortrag und Moderiertes Gespräch

am Mittwoch, 14. Dezember 2016, 18 Uhr bis 20 Uhr im Selbsthilfezentrum München (SHZ), Westendstr. 68
Welche Strategien verfolgen ausgrenzende, menschenfeindliche und rechtsextreme Aussagen?
Welches Gesellschaftsbild vermitteln sie? Wie kann gegen sie argumentiert werden?

Diesen Fragen geht der einführende Vortrag eines Experten für Demokratische Bildung im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe „WAS MÜNCHEN BEWEGT“ nach.

Im Anschluss berichten drei selbstorganisierte Initiativen aus München, wie ihr Engagement für eine humanere Stadtgesellschaft aussieht.

In der Diskussion werden Erfahrungen mit Ausgrenzung beleuchtet sowie Möglichkeiten vorgestellt, selbst aktiv zu werden.

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht nötig.

Wir würden uns freuen, wenn Sie interessierte Bürgerinnen und Bürger auf unsere Veranstaltungsreihe hinweisen würden.

Mit herzlichen Grüßen aus dem SHZ

Selbsthilfezentrum München
Westendstr. 68
80339 München
Tel.: 089/53 29 56 – 0
Fax: 089/53 29 56 – 49
www.shz-muenchen.de

 

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Sexual-Pädagogik mit Geflüchteten

Je nach Sprachverständnis gibt das wunderbare Einstiege in ein vertieftes Kulturverständnis: Kulturelle Annäherung in der Aufklärung als Chance der Integrationfair-markt

Persönliche Themen

der Teilnehmenden in einer Runde als austauschbar erleben: „Aufklärung“ an ihren Wurzeln, an den Themen der Teilnehmenden. Wie wir aufgewachsen sind, wie wir reifen und uns entwickeln. Fragen stellen können und Fehler machen dürfen: Freundliche Ergänzung untereinander.

offenes Reden

ist eine der Grundlagen: So ins Gespräch zu kommen, dass alle Elemente auch der Gesprächs-Text aller Teilnehmenden sind: Auch in Übersetzungen, Klärungen in den eigenen Sprachgruppen, notfalls mit Hilfe der Smartphone-Apps.

unter Männern

perspektivenbildenEine Runde im persönlichen Gespräch, möglicherweise Darstellungs-Modelle der Funktionen der Organe, eine Flipchart oder Tafel für Worte und Zeichnungen,

Grundlagen biologisch

Grund-Anlage von der Geburt, Diversität, Reifung, Wachstum, Gerüchte, gehörte Geschichten … (die verarbeitet / verstanden werden wollen!)

Wachstum und Reife

In Familienherkunft, eigene Rolle und Zukunfts-Vorstellungen aus der Familie, und jetzt in Freundeskreisen, in neuen Situationen des Wartens, der Ausbildung: Geschlechterverhältnisse hierzulande und ihre Entwicklungen der letzten Jahrzehnte

Tabus und Sprache

brokeback_mountain_01Kindergeschichten, Märchen und Mythen, die Geschichten der Kulturen und Religionen als historische Erklärungs-Versuche, heutige Antworten für unsere Situationen finden: Geschichten erzählen, schreiben,

Altersgerecht informieren

Unten anfangen und je nach Erfahrungshorizont der Einzelnen bis zu Beziehungen und erlebten Umgangsformen: Filme und Phantasien, Hoffnungen und eigene Träume

Kultur-Unterschiede & Religionen

showdownDie negativen Beispiele aus der öffentlichen Darstellung: (Unbeholfene Selbsthilfe mit Zettelchen)

Herkunfts-Regionen der Einzelnen und ihre schon erlebten Unterschiede untereinander, zu anderen Ländern

Frauenbilder & Kommunikationen

Mutter und Schwestern, Tanten, Cousinen, Großmutter-Rolle und die Funktion des Familien-Clans, Bräuche des Verheiratens und der jeweiligen Vorbereitung dazu, Brautgeld, Handel der Väter und Vermittler-Rollen

Anatomisches Wissen vertiefen?

Zweites Gesprächs-Angebot für jede Gruppe nach deren eigenen Organisations-Interessen: Weiterführend zu anderen Themen? Vermittlungs-Wege der Helfer-Kreise verstehbar machen, Zugänge zu weiteren Anlaufstellen bei Bedarf: Beratung, Medizin, Selbstorganisation

Weiterführung zur intensiveren Kommunikation

Theaterszenen zu Verständigungen
Forumtheater greift erlebte Situationen auf und stellt sie einem Publikum vor: Volkshochschule?

Menschenrechte mit Geflüchtetensexualpaed.jpg

grosse treppe.jpgIch habe bisher besonders gute Erfahrungen mit männlichen Gruppen, auch in gemischten Gruppen in der Berufsschule, wo sich aber zeigt, dass eine sehr frühzeitige Trennung in Gruppen die Gespräche erleichtert.

Das Wissen über die Abläufe und Funktionen der Organe und die Fähigkeiten der Benennung sind enorm verschieden, je nach kultureller Herkunft und Grundlagen von Familien- und Schulbildung.

Für die Arbeit in Einrichtungen sind die wichtigsten weiteren Schnittstellen (auch mit SozialpädagogInnen / Helferkreisen) die Kenntnis der nächsten Beratungsstellen und ärztlicher Betreuung,

im Prinzip gilt für uns – wie in der Berufschule – das entsprechende

Programm der oberen Schulklassen:

1. Das vorhandene Grundwissen sammeln, Benennungen klären und üben und dabei Vertrauen aufbauen
2. Wie „funktioniert“ ein Mann: Biologische Grundlagen, Reifung und Entwicklung, Funktionsstörungen
3. Abläufe der Regel und möglicher Schwangerschaft bei der Frau, Kulturen der Weitergabe
4. Verhütungs-Möglichkeiten und Verhütung sexueller Ansteckungen, HIV und Tests
5. Umgangsmöglichkeiten mit Beziehungs- und Krisen-Situationen, Hilfe-Punkte

Es kommt auf die Kommunikation in der Gruppe an, ab welcher Phase wir die Gruppe in Geschlechter trennen,

In manchen Herkunfts-Kulturen wird vermieden, HIV und entsprechende ansteckende Krankheiten als Worte „nicht auszusprechen“,
was ein wenig wie magische Fernhaltung zu verstehen ist, entsprechend ist eine klare Umschreibung für ihre eigenen Dialoge zu finden,
sobald wir unseren magischen Kreis der Aufklärung verlassen: Im Kreis sind wir durch unsere verschworene Gemeinschaft des Vertrauens geschützt.

Meine Rolle als älterer Mann

Kulturell als älterer Fachmann / Vertrauter, der im Gespräch der Tabu-Themen den väterlichen Zugang gewinnen kann, auch zu kulturellen, religiösen und persönlichen Fragen.
Als psychotherapeutisch ausgebildeter Gestalt-Berater kann ich auch mit auftretenden Krisen-Situationen umgehen und mögliche weitere Begleitung und Beratung anbieten oder organisieren.
Als Theaterpädagoge wäre ich interessiert, auch öffentliche Gesprächsrunden mit Szenen vorzubereiten und die interkulturelle Verständigung mit Arbeitskreisen und Medien zu vertiefen.

Mehr zur Arbeit mit Geflüchteten

Menschenrecht auf Leben – auch auf Sexualität?

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berufsorientierung

in der mittelschule eine aufgabe der 8. klasse, allmählich in eine vorstellung von arbeit hinein zu wachsen …

aber eine innere verteidigung der verlängerten kindheit wehrt sich dagegen, und alle bedrohung mit dem kommenden „ernst des lebens“ gleicht die freiheiten nicht aus.

aus dem selbst stilisierten opferstatus zwischen abgewertet werden und erwartungen negativ zu erfüllen: jede schlimmste befürchtung …

hauptschule, wir sind Hauptschule! war dann auch der antwortsong …

als wir von der mittelschule sprachen, denn die umbenennung hat die verhältnisse nicht verändert, und auch die neuen abschlüsse in der 9. klasse, formal denen der realschule gleich gestellt, verändern nur für sehr wenige etwas.

duale ausbildungen sind noch überhaupt nicht bekannt, weder eltern noch lehrkräften, und die wirklichen einblicke in die arbeitswelt hatte an den realschulen meist auch nur der wirtschaftslehrer,

und alle eltern zusammen hätten sehr viel dazu beizutragen, aber sie werden nicht gefragt:

ein nettes team, anleitende aus der jugendarbeit und erwachsenenbildung vergnügen sich mit den eingelernten mechanismen der klassen und gruppen, der mädels und jungs aus vielen verschiedenen kulturen, meist in eigenen kreisen lebend, inclusive trainern in diversen sportarten.

Das drei-Klassen-Schulsystem, Oberschicht, Verwaltung und Handwerker, zerstört von vorn herein jeden Zusammenhalt, weil die Klassen und ihre Interessen klar bleiben: Ihr wollt nur unser Bestes …

… und etwas später hat der Druck die Reste platt gemacht: Eine Firma, die so viel „Ausschuss“ produziert, würde verboten werden!

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baiernland

ein barockes Kircherl mit ein bisserl Dorf rum hinter Schwindegg im frühen Morgenlicht, mit allen Farben von Himmel und Wolken oben und noch früher Herbst in allen Grüntönen, leicht neblig frisch und mit gelben Feldern dazwischen: Auf dem Weg zu einer zu frühen Beerdigung, der 3. Stengbauer, den ich kannte. Der erste, Josef, war 80, als ich Kind war, der zweite, Franz, war mein Firmpate, und jetzt hatte den Sepp eine Operation das Leben gekostet.

Mühldorfer SchaufensterOb es wieder so eine Beerdigung wird wie vor eineinhalb Jahren, als unsere letzte Tante, die Lisi, zum Lichtmess-Tag Ihren Ausstand nahm?

Der junge Pfarrer hatte mit dem Denken wie vor 50 Jahren gepredigt, dass jedes Gebet da oben aufgezeichnet sei, und singen zählt doppelt!

Nach 40 Jahren Kirchenchor muss sie ein überfließendes Konto haben, angereichert durch Jahrzehnte Frauenbund und Familien-Leistungen.

zugbildJetzt fehlt hier ein ursprünglicher Teil über Mühldorf und zu 400 Jahren Gemeinde-Pädagogik in Eichstätt … nicht gespeichert.

Mühldorf, der alte Regional-Stern der Bahn, mit den Verbindungen nach Rosenheim, Freilassing und damit fast Salzburg, nach Passau und Pocking, das unter Rottal, nach Altötting und Burghausen, nach Landshut und den Anschluß Richtung Regensburg …

Nach Neumarkt St. Veit kann ich den Landshuter und den Passauer Zug nehmen, und in etwa 10 Minuten durch die gemütliche Hügellandschaft bin ich dort: Noch nicht so ganz vermaist, wie die weitere Region, aber mit der Monokultur der katastrophalen Landwirtschafts- und Energieförderung endet das Leben der Bienen und damit der Obst-Ertrag: Bayer- Monsanto und Co lassen grüßen, der Honig wird eine Rarität am Land, er kommt jetzt aus dne Gärten in den Städten.

villa rebdorf10 GemeindepädagogInnen hatten gestern ihre Rückschau auf 40 Berufsjahre gehalten, und es war eine Menge an Problematiken mit den Kirchen-Hierarchien und schwierigen Vorgesetzten, aber auch den Chancen in der Klinik-Seelsorge, Hoffnungen mit Franziskus und seiner Enzyklika „Laudato si!“ der man die politische Orientierung nicht anhört. Unsere Kapitalismus-Medien werden sie eher nicht besprechen …

Die Beerdigung in Schönberg wurde dann wieder für manche problematisch: Etliche verstanden den Pfarrer mit seiner Dialekt-Mischung gar nicht, andere hatten in der schönen alten Barock- nachgebauten und ausgemalten Kirche, von 1912-14  als St. Michael in der Aufrüstungs-Zeit und mit kämpferischer Mythologie gebaut, einfach zu wenig oder nur Hall gehört …

Ich hörte zu viel, und wieder die schöne Vorstellung, dass die Kirchentür die Eingangspforte zur Himmelstür mit dortigem Wiedersehen in einer ewigen guten Welt wäre … das Parallel-Universum der Vertröstung, das schon Heine so schön wieder gab.

 

 

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Kritische Gestalt

Gestern musste ich wieder einmal erleben, wie individual-psychologisches Schwadronieren in der Einfühlung um Opfer-Haltungen wie die der Pegidas beliebig und etwas hoffnungslos ausfallen kann. Die Täter blieben ausgeblendet.

Die Psycho-Analyse hat uns auch ein Werkzeug zum politischen Verständnis gegeben, doch wurde dies im deutschsprachigen Raum schon „damals“ abgewiesen: Freud als Jude musste dann doch zu seiner Tochter nach London fliehen, die Deutsche Psychoanalytische Gesellschaft war eilends „judenfrei“, die vorwiegend aus Ärzten bestehende Riege konnte in die frei werdenden Praxen der geflohenen nachrücken.

kritisch

nannte sich die Ausbildung in Gestalt-Therapie, die ich etliche Jahre geniessen durfte, und es war ein spannendes gemeinsames Lernen in all den Prozessen, die in fünf Jahren an Wochenenden, in kollegialen Arbeitstreffen, in bekommenen und gegebenen Einzelbegleitungen, bei thematischen Treffen und bei Festen zu erleben waren.

Kritisch, habe ich inzwischen auch gelernt, ist eine sehr deutsche Fähigkeit: Nicht nur die kritische politische Theorie, die qualifizierte Kritikfähigkeit in der Wissenschaft, bis zur Kritischen Psychologie, die der Psychologie-Statistik das fehlende Menschenbild ankreidet (was ist ein gesunder Mensch / im Verhältnis zur statistischen Erkrankungsrate?)

Kritisch, habe ich auch gelernt, ist in anderen Kulturen und Partei- wie Firmen-Hierarchien verboten, und eine einfache Zukunftswerkstatt, wie sie Robert Jungk für demokratische Mitwirkung entwickelte, wird unmöglich.

gestalt

gestalt-therapie entwickelte sich aus der gestalt-philosophie und der Psycho-Analyse.

wilhelm reich

übte als einer der ersten Freud-Schüler schon den politischen Blick, schrieb die Massenpsychologie des Faschismus, den er in Wien, aber vor allem auch in Berlin intensiv kennenlernte.

laura und fritz perls

arbeiteten mit ihm in der marxistischen Arbeiterschule Berlin, in Projekten wie Sexpol, die Aufklärungskampagnen für junge Leute und für Straffreiheit der Abtreibung, die damals Frauen noch in den Tod trieb, Ärzte ins Gefängnis brachte.

Sie flohen in die Niederlande und dann nach Südafrika, wo sie einen eigenen Arbeitsstil entwickelten: Nicht mehr dogmatisch mit der Couch, sondern im sozialen Kontakt und und mit der Wahrnehmung für den ganzen Körper zu arbeiten.

paul goodman

war ein amerikanischer kritischer Pädagoge, der die beiden in den 1950er Jahren in die USA holte, sein Buch „growing up ubsurd“ / brachte das „Aufwachsen im Widerspruch“ eines selbst verlogenen Schulsystems auf den Punkt, der auch heute in Bayern noch gilt,

zusammen mit den beiden Perls und Dr. Hefferline formulierten sie die Gestalttherapie als erstes Buch, mit dem Wort Gestalt in den USA als importiertes Fremdwort.

opfer

Wer sich selbst als Opfer inszeniert: Täter mit Raffinesse!

täter

Verantwortung übernehmen?

helfer

Die dritte Person beobachtet, urteilt, ergreift Partei: Die Rollen können sich drehen:

dreieck

In veränderten Rollen können wir eine andere Position besetzen.

Wenn die Täter unsichtbar bleiben / werden:

sind alle betrogen?

sind alle hilflos?

sind alle schuldig?

Die verborgenen Täter in den Hierarchien des Militärs und des „3. Reiches“

Hauptschuldige und Mitläufer, Entnazifizierung?

Die Rücknahme der c durch den Bundestag

 

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Zukunftswerkstatt mit Vergangenheit

Eine Reise nach Salzburg ist immer auch eine Reise in die Vergangenheit. Sie kann immer wieder überraschende Enthüllungen bringen … auch in der Zukunftsforschung! Die hat dort ein neues ZuHause:

Robert Jungkjungk-marke

traf sich gerne mit uns im Cafe Bazar, und wenn man sich dort hineinsetzt, kann man sofort in die Zeit rückwärts reisen, denn die letzten Jahrzehnte hat sich in diesem Raum kaum was geändert, einschließlich der Provinzialität der hiesigen offiziellen Stadtzeitung.

Dabei gäbe es wunderbare Bilder und Ereignisse direkt vor dem Haus …

Robert Jungk, 1982 auf den Friedenstagen auf den Wiener Prater-Wiesen, 1983 bei der Prominenten-Blockade in Mutlangen, ab 1984 bei den ersten großen Tagungen von Zukunftswerkstatt-Moderierenden, und unsere Zukunftswerkstätten mit Friedensgruppen in ibu, der initiative für politische bildung von unten …

Tagungen in Bad Boll / Hohenwarth, mit Rüdiger Lutz, Rolf Schwendter, Walter und Elisabeth Häcker, …

seine Anfänge in der Berliner Wandervogel-Bewegung, seine Flucht nach dem Reichstagsbrand, als er in der Humboldt-Uni noch ein Nazi-Plakat abgerissen hatte, seine Freundschaft mit Peter Weiss (Ästhetik des Widerstandes), seine in der internationalen Presse unterdrückten Berichte zu den Konzentrationslagern wie später die Reportagen aus Hiroshima … und die Kritik am kommenden Atomstaat, den wir heute gar nicht mehr anders denken können …

Die Bibliothek

jungk Bibliothek für zukukunftsfragenstrubergasse 18 / Robert Jungk Platzist vor einiger Zeit umgezogen und hat nicht mehr den trauten Hof an der Salzach unter der Burg, dafür eine S-Bahn-Station mit zwei mal am Tag Anschluss nach München: 23h ist sehr passend, in dem futuristischen Gebäude unterhalb der Mülln an einem Montag-Abend-Salon teilzunehmen, es birgt eine großartige Sammlung von Zukunftsforschung mit fachlichem Umkreis.

Ruth Jungk

wurde mit einer kleinen Ausstellung und Feuilleton-Beiträgen gewürdigt, eine Dame des Salzburger Stadt-Geschehens, einschließlich Festspielen und Karajan …

und einem Sohn, im amerikanischen Exil geboren, der nun die Geschichte der Tante Suschitzky als Familien-Geschichte geschrieben hat:

Edith Tudor-Hart Fotografin und AgentinDie Presse: Aus Liebe zu sozialer Gerechtigkeit wurde Edith Tudor-Hart Fotografin und Agentin für die Sowjetunion

„Mit eindringlichen und empfindsamen Aufnahmen hat die Fotografin Edith Tudor-Hart das soziale Elend ihrer Tage festgehalten. Das Wien-Museum gedenkt ab 26.9. mit einer Werkschau der 1908 in Favoriten geborenen Künstlerin.

Tudor-Hart wollte aber nicht nur mit ihrer Fotografie aufrütteln. Sie glaubte an den Kommunismus und wurde dafür zu einer Mitarbeiterin des sowjetischen Geheimdienstes.“

„Wir waren alle begeistert von der russischen Revolution“, erinnert sich ihr Bruder, der heute 101-jährige Kameramann und Fotograf Wolf Suschitzky. Als die Entente-Mächte gegen die Revolution intervenierten, waren viele Sympathisanten der Kommunisten bestürzt. „Viele wollten den Russen helfen“, sagt Suschitzky.

Von Ruth Suschitzky war entsprechendes nicht zu erfahren:

Das Salzburger Leben kann sich bis heute nicht so recht erklären, warum die kleine erzkatholische Stadt die neue Heimat der Migrierten aus Berlin und Wien wurde:

Der Sohn erklärte es sich mit der Sorge um sein sicheres Aufwachsen, das aber auch an den gemütlichen Salzach-Ufern nicht so ganz Drogen-fern stattfand.

Das Herbstfest

Montag abend trifft sich regelmäßig ein Kreis zu Gesprächen, Vorträgen und zum Gedankenaustausch, die neue Kollegin zu begrüßen oder einen der von Anfang der 80er Jahre an aufbauenden Kollegen wieder zu sehen.

Die Zeitschrift der Bibliothek:

ProZukunft

Pro Zukunft ist die Zeitschrift der Internationalen Bibliothek für Zukunftsfragen / Robert-Jungk-Stiftung in Salzburg. Vier Mal pro Jahr stellt sie Publikationen aus dem Bereich der Zukunfts- und Trendforschung vor und informiert interdisziplinär über neue zukunftsrelevante Publikationen (Sachbücher, Graues Material und Beiträge in Neuen Medien.)

Das Jahres-Printabo für vier Ausgaben kostet € 25,- € zzgl. 5,- Porto.
Das Jahresabo als pdf erhalten Sie um € 20,-.

Zur Bestellung | Ausgaben 2015 | Aktuelle Ausgaben | ProZukunft-Online

Die Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen, JBZ

Kontakt:
Strubergasse 18/2. Stock, A-5020 Salzburg jungkSW
Telefon 0043 (0)662 – 873206
E-Mail: jungk-bibliothek@salzburg.at

Öffnungszeiten:
Montag bis Mittwoch        09-14 Uhr
Donnerstag                           16-21 Uhr
und nach Vereinbarung
Sommeröffnungszeiten (Juli/August) Di bis Do 10-14 Uhr

AGB der JBZJBZ-Zukunftspass/Fördermitgliedschaft | Team/Referenzen

Unser Auftrag

Die Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen versteht sich als Einrichtung einer kritischen und kreativen Zukunftsforschung, die nicht marktorientiert agiert und sich damit von Ansätzen der Trendforschung sowie der vorwiegend kurzfristig ausgerichteten Forschung unterscheidet (Anm. 1).

Bücher

Einen guten Meter hat er selbst verfasst, eine große Menge von KollegInnen der Zukunftsforschung und der Zukunftswerkstätten hat er auch bekommen, und die Bibliothek ist immer weiter auf dem neuesten Stand:

Artikel, Besprechungen und Tendenzen füllen regelmäßig die Mitglieder-Zeitschrift, die von den vier Mitarbeitenden und dem Stipendiaten befüllt wird,

Schriftenreihe

www.jungk-bibliothek.at

Die Stationen des ereignisreichen Lebens eines Zukunftsforschers, bei vielen Tagungen in Begleitung seiner Gattin, seiner ersten Kritikerin, an deren Seite er nun am kleinen jüdischen Friedhof, nicht weit von der Salzach, ein ganzes Stück oberhalb der Stadt seit 1995 mit ihr ruht.

Zukunftswerkstätten

zukunftswerkstatt.wikispaces.com

Ein Wiki mit vielen Links über die Jahre mit Treffen in dem reichhaltigen Kollegium im gesamten deutschsprachigen Raum, nun meist Anfang Mai

zukunftslabor.jimdo.com

zum 30. Jahrestreffen der Moderierenden in der Lausitz, zusammen mit Geflüchteten

trialog2016.jimdo.com

ein Projekt in Kosova mit einem europäischen Jugendverband

http://befreiungsbewegung.fairmuenchen.de/robert-jungk-atomstaat-kritiker

befreiungsbewegung.fairmuenchen.de/wandervogel-zur-befreienden-paedagogik

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interkulturelles Coaching

menschenrecht-vielfarbigUnsere konservativen Regierungen haben uns verführt, in den alten Kreisen zu bleiben, statt die kulturellen Begegnungen zu finden und die nationalen Herkünfte zu einem gemeinsamen zukünftigen Schatz zu machen.

Die nationalen Vereine haben auch große Verdienste, aber wenn sie nur die alten Muster weiter geführt werden, gibt das zwar Identität, aber nicht neu verwurzelnde Sicherheit.

vorsaison feringaFrauen- und Männer-Rollen und die Möglichkeiten, in der neuen Umgebung auch die Verantwortung zu übernehmen, können schon erste Themen sein, Lernstrukturen und der Umgang mit Geld, Tradition, Religion und allen möglichen Konsequenzen fordern immer neu heraus: Wie können die traditionalen Kultur-Vereine und ihre Umfelder auch die Vermittlung pflegen?

Die richtigen Partner finden

rüdigerEs gibt überall interessierte Gruppen und Themen, sie zu finden und zu verknüpfen ist eine Vermittlungskunst, die erlernt und geübt werden kann, wie Moderation.

Im Trubel der Stadt und in Ansprache-gefüllten Veranstaltungen sind Kontakte nicht leicht zu knüpfen, und es gehört leider nicht zum alternativen Benehmens-Stil, sich gegenseitig vorzustellen.

Cocktail-Parties in New York

in den 40er Jahren waren genau dafür da, brachten Klaus Mann in die künstlerischen und schreibenden Kreise der diversen ExilantInnen, und unsere gute alte Freundin Jai veranstaltete in den 1980er noch Cocktails auch in München: 30 Bekannte einladen, eine Flasche Bitter, ein paar Flaschen Sekt, Salzstangen, und allen erklären:jaiaufwagen

„Es beginnt um 17h und endet 19h, bis dahin weißt du, mit wem du anschließend zum Essen gehen magst!“

Und dann lief ihre wunderbare Fähigkeit, Leute einander vorzustellen, bis alle in die intensivsten Gespräche vertieft waren, unterbrochen von der Vorstellung verspäteter Gäste und neuer Anregungen.

Das Gegenteil, die Angst und Menschenfeindlichkeit erproben grade unsere Konservativen für den Wahlkampf, Terror-Übungen gegen die Bevölkerung sollen uns alle einschüchtern …

Auf der Reise nach Anarcadia

anarcadia_mapwerden die neuen Regeln schon geübt: Was es bedeutet, geschützte Räume zu pflegen, bevor der Ort klar wird: Eine geruhsame Gegend für die nächste sonnige Woche?

Genug gearbeitet die letzte Zeit, und Ruhe, zu verdauen …

noch viel zu viel geschrieben, aufzuräumen … www.fritz-letsch.de neu gelinkt

 

 

 

 

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politische Supervision in der Migrationsarbeit

Mit der schnell gewachsenen Aufgabenstellung haben viele Auftragnehmende die Einrichtungen und Stellen massiv ausgeweitet, ohne genügend auf die Pflege der Mitarbeitenden zu achten.

Supervision ist in vielen Einrichtungen eher als Luxus oder als Fallbesprechung, manchmal gar als Qualitätskontrolle angesehen, statt die Übereinstimmung der Person mit den Anforderungen und Aufgaben, die Gesundheit und Zufriedenheit in diskreter Form nachzufragen.

Politische Supervision, wie sie Prof. DDr. Rolf Schwendter vor Jahren an der Hochschule Kassel entwickelt wurde, fragt auch nach dem Verständnis des politischen Umfeldes, und gerade in der furios gesteuerten Zuwanderung der Geflüchteten und der weitgehend rechtsbrüchige Umgang mit Asylrecht und Duldungs-Versionen macht die Mitarbeitenden zu Komplizen einer ethisch fragwürdigen Machenschaft, während der Populismus von außen wirkt.

Der Austausch in den Supervisions-Kreisen ist bisher dürftig, eine Intervisions-Gruppe auch für therapeutisch Arbeitende ist in München in Gründung.

Der Austausch zur Menschenrechts-Orientierung in der sozialen und therapeutischen Arbeit kann auch im zbb eV im nordsuedforum München angesiedelt werden.Teufelswerk

Eine wichtige Struktur im Hintergrund der Arbeit sollte die Orientierung an der Selbstorganisation der Migranten sein, die uns als Akteure und Mitarbeitende enorm entlasten kann.

Geflüchtete & digitale Selbstorganisation: 11 Handlungsempfehlungen aus dem Kongress Zivilgesellschaft 4.0

Forumtheater kann als Einstieg in die schnelle Aufstellung und gemeinsame Bearbeitung der Aktionsfelder und Akteure dienen.

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München könnte viel mehr fair

München hat wieder eine Herausforderung, eine Challenge, die Fairtrade-Challenge:

Wir waren auch schon Hauptstadt des Fairen Handels, aber nur wenige wussten davon:

Fairhandel und Stadtverwaltung, Agenda 21, die Folgen von Rio 1992: Wir wissen schon lange um die Zusammenhänge von Klima und Handel, aber all die Schnäppchen …

imageDas Nordsuedforum im Einewelthaus hat die Initiativen im Referat für Gesundheit und Umwelt immer begleitet,
die Ausschreibungen der Bundesministerien sind eher Insider-Sache, aber eine Stadt könnte stolz sein auf ihre BügerInnen-Initiativen … & sie würdigen, was andernorts auch geschieht …

München ehrt sich öfter mit Wiesenwirten, Auro- & Waffenlobby, das ist vielleicht wichtiger für die Preissteigerungen der Mieter …

fairmuenchen entstand aus einer Jugend-Kampagne zum Fairen Handel …

imagefairnetz.org ist Deine nächste Chance:

In Zusammenarbeit mit der Gemeinwohl-Ökonomie und dem Wissen voneinander, zur Bildungsgruppe auch nachzuhören: gemeinwohl.wikispaces.com/aktuelles und gegensprechanlage.wikispaces.com

Gemeinwohlökonomie-Matrix

Gemeinwohl-Ökonomie und Bildung

16.3. Vertiefung: 1h zum Nachhören oder Runterladen 57 MB

Unterscheiden lernen, welches Wirtschaften der Gemeinde und der Umwelt dient, mit Renate Arnold, Hilde Wiegele und Andreas Herrmann, was Bildungsarbeit zu Gemeinwohl-Ökonomie anzupacken plant …

Ahmad Ahmadi, Robert Stöckle, Michael Fischer und Kathrin Rohr sind die Urheber, Producer und Publisher der CD „Changing Lanes“ (http://www.cdbaby.com/cd/roar1), Mad Summer und The Grooviest Persian, mehr und bestellen bei „ROAR [Katrin Rohr]“ <info @ roarmusic.de>

Unterscheiden lernen, welches Wirtschaften der Gemeinde und der Umwelt dient, mit Renate Arnold, Hilde Wiegele und Andreas Herrmann, was Bildungsarbeit zu Gemeinwohl-Ökonomie anzupacken plant …

9.3. Gemeinwohl-Ökonomie in München 1 h zum Nachhören 57MB

Im Gespräch einer alten Münchner Unternehmung und ihrem Niedergang folgen: Was der Konkurrenz-Kapitalismus der alten Banken in den Familienbetrieben zerstört hat – und welche Alternativen wir selbst mit den neu orientierten Banken schaffen können – ist nur eine Idee, unsere Bildungs-Gruppe vorzustellen.

Di 21. Juni trifft sich die Gruppe Bildung im Impact Hub um 19 h wieder, mehr zur Gemeinwohl-Ökonomie, wie sie in Bayern wächst: http://gwoe-bayern.org

imageNicanor Perlas

ein Bürger-Organisator von den Philippinen, der dort in einer damaligen Diktatur Atomkraftwerke im Erdbeben-Gebiet verhinderte, wird ein paar Tage in München sein:
www.creative-engagement.de

Eine Chance für die Fair-Challenge: www.fairtradechallenge.org ?

Auf Facebook facebook.com/pages/Nicanor-Perlas

und München: Facebook-Veranstaltung zum Teilen!

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Masuren – Märchenland?

masurenEs war eher seltsam, als ich dort hin kam: Das clandestine (heimliche) Treffen der Friedensbewegten der DDR und der BRD 1988, steht auch so in manchen STASI-Akten, die von den verschwiegenen Treffen der  vorigen Jahre in Ungarn fortgeführt wurden:

Ungarn 1985 -1987

Ein Zeltplatz unterhalb der alten Benediktinerabtei Pannonhalma war unsere kleine besondere Heimat geworden, und wir bemerkten zwar so manche seltsamen Interessierten, aber wir waren ja gut drauf:BSTU - Stasi-Akte Inspirator

Friedensbewegung im Osten, wer traf sich da und wie, ökologische Ansätze und später Perestroika, die Pleisse in Leipzig als enorm belasteter Abwasser-Fluss mit kirchlichen Aktionen und Meditationen, die westlichen Aktionen von der Menschenkette in Ulm zur Garnison bis zur Blockade-Aktion mit Bezugsgruppen und Promis in Mutlangen, grüne Bewegungs-Politik und Umwelt-Bibliothek in Ostberlin und Friedenskreis in Pankow …

Wir tauschten Mark Ost / West 1:1 zu Forinth – für uns Wessis ein billiger Urlaub, für die Ostler eine günstige Möglichkeit, zwei Wochen Austausch und Fortbildung gemeinsam zu gestalten.

Das Gefährliche war die vermeintlich gleiche Sprache mit den verschiedenen Bedeutungen, die wir erst durch Nachfragen und Unverständnisse entschlüsseln und erlernen konnten,

wir Westler mit unseren Ansprüchen aus den neuen Methoden der Bildungsarbeit in der fortschrittlichen Friedenarbeit, Gewaltfreie Aktion,  Forumtheater, Gestalt-Kommunikation, Zukunftswerkstätten, während unsere Alt-Strukturen immer auf Ostermarsch, Demo und Massen-Mobilisierungen setzten.Fritz Letsch theaterpädagogik, friedenarbeit

Da in diesen Kreisen auch viele alte DKPler waren, hatten wir dort unsere neuen Erfahrungen genau so zu verschweigen, wie die FreundInnen im Osten zur Struktur der Kirche oder staatlichen Stellen, die zur STASI berichteten …

Entsprechend wenig Aufzeichnungen haben wir, außer den STASI-Unterlagen, die bisher nur einen kleinen Teil der Projekten freilegten: Meine bisher bekannte Akte beginnt erst in Greifswald, ist auf home.arcor.de/letsch/ibu.htm dokumentiert.

Etwas erschrocken war ich, als ich die russische Übersetzung realisierte: Dass der KGB von unseren netten Urlauben wusste …

Greifswald

Aus einer der Theaterwerkstätten mit dem sehr gefragten Forumtheater aus dem Theater der Unterdrückten von Augusto Boal gab es meine erste richtige Akte, aus anderen Projekten wie Zukunftswerkstätten mit vielen Akteuren, späteren Mitwirkenden der letzten DDR-Regierung, muss ich erst allmählich Erinnerungen reaktivieren …

Masuren 1988

Im Vorfeld gab es ein paar Veränderungen in West, ein paar Missverständnisse in der etwas verschlüsselten Kommunikation,und das Problem, dass die Ost-Teilnehmenden im Sommer 1988 kein Visum für Ungarn mehr bekommen konnten, da dort die Grenzen nicht mehr dicht waren.

Als ich ankam, war der Großteil der Ost-Teilnehmenden schon abgereist, weil kaum West-Freunde gekommen und zu erwarten waren, die Visa waren nicht so leicht zu haben.

zum Bauer Gollan am kleinen See

brachten mich spät Nacht, als ich in Olstyn / Allenstein endlich angekommen war, ein paar junge Leute im Kleinwagen, die auch sofort wussten, wo hin ich wollte, und deutsch sprachen: Auch sie wollten Feierabend machen, der letzte Gast …

Rüdiger und Linn

hatten noch eine Woche mehr Zeit, erzählten und wir lernten uns kennen, auf Grundlage der Erzählung der anderen, die schon weg waren, und die Besuch in Olstyn bei Solidarnosc und auf dem Markt, eine Nacht im Hotel und allerlei gegenseitiges „Leben-erzählen“ gab uns eine wunderbare Grundlage.

Potsdam, Brandenburg

rüdigerhatte auf dieser und einer früheren Basis einige Aufträge für mich: Die Studierenden der Fürsorge, im Westen Sozialpädagogik, und die der Gemeindepädagogik in studentischer Mitwirkung / Selbstorganisation waren für mich eine Erleuchtung: Auf der Grundlage der Pädagogik von Paulo Freire gab es kirchliche Hochschulen, vor allem für Bausoldaten und Pfarrerstöchter, die staatlich nicht studieren durften, hier nun selbst organisiert!

Bildungswerkstatt Brandenburg, heute Böll Brandenburg

Nach der Wende ging es schnell: Währungsunion, Vereinsgründung, Ausbildung von Mitarbeitenden, ABM mit 120%, Finanzierung durch die Staatskanzlei, die Brandung e.V., wie der Verein der Gruppierungen für grün-nahe politische Bildung, die wir im Land einsammelten, zwischenzeitlich hieß, daneben ein Institut für politische Pädagogik …

Die Stasi-Auflösung in Potsdam, Geschichtswerkstätten, Zukunftswerkstätten, Mittwochs-Salon, Lehrerfortbildungen, befreiende Pädagogik

nach DEINEM Kommentar schreib ich weiter …,

denn alle anderen, die dabei waren, dürfen gern ihre Sicht dazu stellen …
und wer die Zeit in eigener Weise erlebt hat, natürlich auch!

Nun nennt sich die Heinrich-Böll-Stiftung selbst Zukunftswerkstatt und verdrängt damit, wie diverse Gremien der SPD, die ebenfalls ihre Vortragsreihen so nennen, dass Robert Jungk damit eine wichtige Beteiligungs-Methode entwickelt und mit etlichen KollegInnen überarbeitet und propagiert hatte: Demokratische Zusammenarbeit ist in Bewegungen und außerhalb von Partei-Hierarchien und staatlich finanzierten Bildungswerken anscheinend innovativer.

 

 

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